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Vorwort

Die Welt seit der Zerstörung

Im Land

"Der Fall in den Schatten" ist das vierte Kapitel von Die Welt von Robert Jordans Das Rad der Zeit.

© Robert Jordan, Übersetzung von Nessaia Quelle: http://wot.books.free.fr/world/

InhaltBearbeiten

Der Dunkle König wurde gebunden außerhalb der Zeit vom Schöpfer im Moment der Schöpfung.

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Nichts geschah, bis ein schief gelaufenes Forschungsprojekt den Stollen erzeugte, das die Wahrheit über den Dunklen König offenbarte. Während des Zeitalters der Legenden wusste niemand um den Dunklen König oder fühlte seine Berührung.

Die Leistungen dieses verlorenen Zeitalters schienen nach modernen Standards unendlich, aber zu dieser Zeit störten sich viele Aes Sedai an den verschiedenen Beschränkungen durch die natürlichen Grenzen von Saidin und Saidar. Manche träumten von einer Quelle der Macht, die diese Beschränkungen umgehen konnte.

Einer der bedeutendsten Funde der letzten Jahre, vielleicht einer der bedeutendsten seit der Zerstörung der Welt, ist nicht weniger als ein Fragment einer Erzählung von der Bohrung des Lochs in das Gefängnis des Dunklen Königs bis hin zur Zerstörung der Welt. Das Original ist offensichtlich vom Anfang des ersten Jahrhunderts NZ datiert, obwohl nirgendwo Quellen über die Veröffentlichung solch einer Geschichte gefunden werden können, und ist ist beinahe in ihrer ursprünglichen Form in mehreren Kopien erhalten geblieben.

Entdeckt in einem staubigen Warenlager in Chachin lagen die Seiten in einer Truhe voll von alten Rechnungen und Rezepten, Schreibbüchern von Studenten und privaten Tagebüchern, die meisten so zerfressen vom Alter und mit so ausgeblichener Tinte, dass sie fast unlesbar waren. Das Teilstück war lesbar, gerade so, aber die wirklichen Probleme lagen, natürlich, eher der Schwierigkeit der Übersetzung und jahrzehntelangen Fehlern von Kopisten; solch eine Geschichte wäre zweifellos eine riesige, weitreichende Arbeit, von den noch 212 erhaltenen Seiten besteht das größte zusammenhängende Stück aus sechs Seiten, sonst sind es nirgends mehr als zwei. Solche Daten wie diese sind unverständlich, da niemals eine Datierung aus dem Zeitalter der Legenden jemals gefunden worden ist.

Viele Seiten verweisen auf katastrophale Ereignisse (Städte, während des Krieg des Schattens durch Baalsfeuer zerstört; ganze Regionen von Erdbeben verschluckt oder fast über Nacht von der See verschlungen), aber die Seiten, die genaueres darüber berichten könnten, wo diese Dinge geschahen, was ihre genaue Bedeutung war und wie sie gelöst wurden oder was das Endresultat war, fehlen grundsätzlich. Warum ist diese Sammlung so wichtig? Bruchstückhaft, wie sie ist, beinhaltet sie doch mehr vom Krieg des Schattens als jede andere uns bekannte Quelle, vermutlich mehr, als wenn man alle anderen irgendwie mit einander verbinden würde. Aber mehr noch, die sechs zusammenhängenden Seiten und andere, die in ihrer Nähe angesiedelt werden müssen, beinhalten die einzig bekannte Erwähnung der Ereignisse, die jenes umgeben, das vermutlich das wichtigste Einzelereignis in der Geschichte der Welt, in jedem Zeitalter sein dürfte: die Versiegelung des Lochs im Gefängnis des Dunklen Königs durch Lews Therin Telamon und die Hundert Gefährten.

Ein Team von Forschern am Collam Daan, unter anderem Mierin Eronaile und Beidomon, beides Aes Sedai, glaubten, dass sie schließlich diese Quelle gefunden hatten. (Es scheint noch andere Mitglieder des Teams gegeben zu haben, aber ihre Namen wurden nicht überliefert. Die Aufzeichnungen erzählen uns auch nichts über Mierins Position im Team, obwohl eine Beidomon als ihren "Assistenten" erwähnt.)

Sie hatten eine dünne Stelle im Muster entdeckt, die eine absolute Quelle der Einen Macht unabhängig von der Wahren Quelle zu bedecken schien. Diese Energie schien nicht den gewöhnlichen Beschränkungen der Macht zu unterliegen, es gab Indikatoren dafür, dass sie von Männern und Frauen gleichermaßen genutzt werden konnte. Solch eine Quelle, ohne Einschränkungen erschließbar, würde es Männern und Frauen erlauben, sich in einer Weise zu vereinigen, wie sie vorher unmöglich gewesen war. Aes Sedai wären in der Lage, Meisterleistungen über existierendes Potential hinaus zu vollbringen. Die Quelle war zu diesem Zeitpunkt nicht erreichbar mit den Mitteln, die für die Eine Macht gebraucht wurden, aber sie mussten nur ein kleines Loch ins Muster bohren, um sie anzuzapfen. Zum letzten Mal die Eine Macht auf eine Weise nutzend, bei der Saidin und Saidar noch getrennt waren, wie sie hofften, bohrten Mierin und das Team sich zu der Quelle der ungewöhnlichen Machtausstrahlung.

Der daraus resultierende Rückschlag zerstörte das schwebende Scharom, zerbrach es wie das Ei, dem es so ähnelte, und erschuf Falten im Stoff der Realität, als Schockwellen von dem Bruch das Muster erschütterten. Es war keine unsichtbare Quelle der Einen Macht, die das Team entdeckt hatte, aber ein Ort außerhalb des Musters, wo der Dunkle König eingesperrt worden war seit dem Moment der Schöpfung. Die Strahlung, die Mierin und die anderen mit solcher Hoffnung gespürt hatten, waren seine dunklen Energien, nur hinter dem dünnen Ort im Muster gefangen, das sein Gefängnis bedeckte. Das Loch, das sie geschaffen hatten, wurde danach für immer als Stollen bekannt.

Bis zu dieser Zeit hatten die Bewohner der Welt nur mit dem Bösen in sich selbst zu kämpfen. Als die Motive für Krieg und Hass ausgelöscht wurden, wurden es auch die daraus resultierenden Taten. Der Stollen veränderte alles. Nur so groß, dass ein kleiner Finger hindurchpasste, war er nicht groß genug, um den Dunklen König entkommen zu lassen, aber es war groß genug, um ihm zu erlauben, die Welt zu berühren. Seine Berührung veränderte auf subtile Weise alles, was in seinen Einflussbereich kam. Alle grundlegenden Motive und emotionalen Probleme der Menschheit wurden verstärkt und manipuliert, vergrößerten Neid, Gier und Wut unabhängig von jeglichem tatsächlichem Grund. Bei all jenen, die mit ihrem Platz im Leben nicht zufrieden waren, wurde diese Unzufriedenheit intensiviert. Diebstahl, Überfälle, Mord und sogar Kriege begannen in steigender Anzahl aufzutauchen.

Maßnahmen, die dazu entworfen worden waren, mit den gelegentlichen Problemen einer friedlichen Sozialstruktur umzugehen, waren absolut sinnlos im Angesicht dieser neuen Probleme. Die Festen der Gesellschaft begannen unter dem Angriff des Dunklen Königs aufzureißen. Ein Großteil des Schreckens kam allein durch den Fakt, dass für viele Jahre niemand wusste, warum das alles passierte. Chaos schien aus dem nichts heraufzuziehen, ohne Grund.

Einige Menschen bekamen einen Verdacht und kannten vielleicht sogar den Grund, aber unglücklicherweise sahen die meisten dieser Menschen die Schuld für das Freikommen des Dunklen Königs bei sich selbst. Bevor der Rest der Welt zu ahnen begannen, wem sie sich gegenüber sahen, hatte sich die steigende Anzahl derer, die den Dunklen König bevorzugten, begonnen zu organisieren, und vielleicht angefangen, mit ihm zu kommunizieren; sicherlich taten sie es später.

Jene, die mit ihrem Leben unzufrieden waren oder die größere Macht suchten, hatten jetzt die Wahl. Jeder, der dachte, er wäre jemals schlecht behandelt oder übergangen worden, genauso wie jene, die sich nur zu verändern suchten, wurden dazu gebracht, die Dunkelheit zu umarmen. Der Dunkle König bot Gefälligkeiten und Status über dem, was diese Menschen anders hätten erreichen können. Jene, die sein Sache unterstützten, bekamen Unsterblichkeit versprochen, wenn sie dafür sorgten, dass er befreit wurde. Der Dunkle König versprach, die Welt nach seiner Vorstellung neu zu erschaffen, wenn er erst einmal aus seinem Gefängnis befreit worden wäre. Alle, die ihm beigestanden hatten, würden dann für ihre Hilfe belohnt werden. Sogar Aes Sedai, verlockt durch Versprechen von Macht, Unsterblichkeit und, in manchen Fällen, Rache, traten den Reihen der Sympathisanten des Dunklen Königs bei, und fügten seiner Sache große Stärke hinzu. Diese Aes Sedai wurden bekannt als "Schattenlords". [1]

Die Ränke dieser Sympathisanten des Dunklen Königs schmiedeten Komplotte und Gegenkomplotte inmitten der schon von Aufständen geplagten Gesellschaft. Es war während dieser Zeit, als solche brutalen Sportarten wie Sha'je Duelle kurz in Mode kamen. Sha'je Duelle, in Qal abgehalten, beinhalteten die Benutzung von Dolchen für die linke und die rechte Hand, Osan'gar beziehungsweise Aran'gar genannt, bestrichen mit langsam wirkendem Gift. Es gab selten einen Gewinner, da beide Gegner normalerweise entweder der Klinge oder dem Gift zum Opfer fielen. Aber es gab noch schlimmeres. In einigen Teilen der Welt, in den Jahren, die unmittelbar dem endgültigen Fall in den Krieg vorangingen, wurden Mord, Vergewaltigung und sogar Folter normaler Teil von vielen Zuschauersportarten.

Die Schattenfreunde, wie sie sich selbst nannten, rekrutierten zusätzliche Mitglieder. In manchen Fällen wird angenommen, dass sie absichtlich Menschen in Schlüsselpositionen gedrängt haben, um sie zu benutzen, indem sie Folter, Zwang oder eine Art von Lenkung benutzten, die jeden, der die Macht lenken konnte, zum Bösen bekehren konnte, sogar gegen deren Willen. [2]

Diese Periode von zunehmendem dunklem Chaos dauerte ungefähr einhundert bis einhundertzehn Jahre nach der Bohrung des Stollens, und wurde in einigen frühen Quellen als "der Zusammenbruch" bezeichnet. Sie verdient ihren Namen sicherlich, da die Zivilisation fast beinahe zusammenbrach, die Ordnung und der Frieden in der Welt des Zeitalters der Legenden taten es ganz sicher.

Irgendwann fühlten sich die loyal zum Dunklen König stehenden stark genug, zu reagieren. Mit einem raschen Schlag machten sie einen Versuch, den Dunklen König komplett zu befreien und die Kontrolle zu übernehmen. Dieses Ereignis war der tatsächliche Beginn des Krieg des Schattens, der die Fronten zwischen den Anhängern und Jüngern des Dunklen Königs und denjenigen, die im Widerstand kämpften, verhärtete, und der schnell die ganze Welt mit einbezog. Während der daraus resultierenden zehnjährigen Kämpfe wurden alle vergessenen Facetten des Krieges wiederentdeckt, in manchen Fällen hervorgerufen durch den Dunklen König.

Furchterregende Konstrukte, Kreaturen wie aus einem Alptraum und Waffen des Bösen wurden gegen eine schlecht vorbereitete Bevölkerung entfesselt. Unter dem Ansturm der dunklen Mächte wurden die Verteidiger gezwungen, ihre Technologien zum erschaffen von Kriegswaffen einzusetzen. Jo-Wagen wurden gepanzert und mit Waffen ausgestattet, Hovergleiter umgebaut zu tödlichen fliegenden Maschinen, fähig aus der Luft anzugreifen. Schocklanzen und andere Werkzeuge der Langstreckenzerstörung wurden gebaut zusammen mit tragbaren Waffen. Tarnstoff, früher für Mode benutzt, wurde das Material für getarnte Kampfanzüge und waren von unschätzbarem Wert auf dem Schlachtfeld.

Einige Sportarten, wie der Schwertkampf, der früher als zahme Form von Übung bekannt war, wurde neu erfunden als tödliche Martial Arts. Kinder wurden vom zehnten Lebensjahr an zu Kämpfern ausgebildet. Männern und Frauen lernten Kampf- und Verteidigungsstrategien, wo sie vorher Kunst und Musik studiert hatten. So wie die ganze Welt vorher den Frieden gelebt hatte, richtete sie sich nun auf den Krieg aus.

Die Eine Macht, früher nur für das Gute benutzt, wurde eine tödliche Waffe. Dies mag der Grund dafür sein, dass dieser Krieg auch als Krieg der Macht bekannt wurde. Luft, Wasser, Erde, Feuer und Geist brachten verheerende Resultate. Aber diese Ströme waren schwache Waffen, verglichen mit der viel zerstörerischen Macht, die entfesselt wurde, als Machtlenker auf beiden Seiten Baalsfeuer entdeckten. Das flüssige, weißglühende Feuer war unbesiegbar, alles zur Nichtexistenz verbrennend, das es berührte.

Diese Waffe wurde großzügig ein Jahr lang von beiden Seiten benutzt - bis sie ihren verborgenen Preis entdeckten. Die glühende Energie von Baalsfeuer tat mehr, als zu töten oder zu zerstören - es brannte regelrecht Fäden aus dem Muster. Alles, was auf diese Weise zerstört wurde, hörte tatsächlich auf zu existieren. Es verschwand schon vor dem Moment seiner Zerstörung und hinterließ bei dem webenden Machtlenker nur eine Erinnerung an nicht länger geschehene Taten und für immer aus dem Muster getilgte Seelen. Nicht nur das; was immer wegen dieser gelöschten Handlungen getan worden war, hörte auch auf zu existieren. Je größer die Kraft des Baalsfeuers, desto früher verschwand das Opfer in der Zeit. Während des Jahres uneingeschränkter Benutzung wurden ganze Städte aus dem Muster gelöscht, und die Welt und ihr Universum wurden bedroht von den zerbrochenen und losen Fäden. Die Realität selbst war in Gefahr, zu zerbrechen.

Im Angesicht der möglichen Auslöschung der Existenz hörten beide Seiten ohne offizielle Absprachen oder einen Waffenstillstand auf, Baalsfeuer zu benutzen. Es gab kein Argument dafür, eine Welt zu erobern, wenn die Welt bei diesem Prozess zerstört wurde. Sogar jene, die den Dunklen König unterstützten, wollten etwas zurückbehalten, das sie regieren konnten.

Sogar ohne solch eine zerstörerische Waffe hatte der Dunkle König noch immer riesige Reserven, die er aufrufen konnte. Seine Armeen aus wilden, unmenschlichen Konstrukten, oft bewaffnet mit tödlichen Waffen, geschmiedet auf Kosten menschlicher Seelen, und kombiniert mit diesen mächtigen Aes Sedai, die sich seiner Sache verschrieben hatten, überrannten oft die Mächte, die versuchten, sich ihnen entgegen zu stellen. Obwohl außerhalb des Musters gefangen rief der Dunkle König bei all jenen, die seine Berührung spürten, absolute Loyalität und Frucht hervor.

Zu Beginn des Krieges hatten sich die Menschen den Aes Sedai zugewandt, um sie zu beschützen und zu leiten. Der Mann, der zu dieser Zeit auf dem Thron in der Halle der Diener saß, war Lews Therin Telamon, der Herr des Morgens, der als der Drache bekannt wurde. Als mächtigster Mann dieser Zeit wurde er ausgewählt, die Ogier (die versicherten, sie wären im Krieg so bedrohlich, wie sie begabt wären mit Liedern in Friedenszeiten), die menschlichen Krieger, bewaffnet mit neuer Technologie, und die Aes Sedai in den Kampf zu führen, um den Dunklen König am Ausbrechen aus seinem Gefängnis zu hindern. Ihr idyllischer Frieden und ihre Unschuld waren ihnen schon genommen worden. Nun, unter dem Drachen, versuchten sie zu retten, was von der totalen Zerstörung übrig geblieben war.

Nur die Da'shain Aiel, die den Aes Sedai dienten und dem Lord Drachen, der sie leitete, bleiben komplett außen vor bei dem Kampf. Ihr Vertrag, der Weg des Blattes, hielt sie davon zurück, Waffen aufzunehmen, sogar im Angesicht des Todes. Die Aes Sedai, denen sie eifrig dienten, beschützten sie und ihren Vertrag, während sie ihre Dienste in allen nicht-militärischen Weisen annahmen. Auf vielerlei Weise repräsentierten die Aiel für sie das beste von allem, was verloren ging, als der Stollen geöffnet wurde. Vielleicht war es dieser gegenseitige Dienst und Schutz unter Lews Therin, der dazu führte, dass die Da'shain auch das Volk des Drachen genannt wurden.

Der Krieg des Schattens war ein einziges Auf und Ab. In den ersten drei Jahren fielen große Teile der Welt unter die Herrschaft des Dunklen Königs, wenn auch indirekt durch menschliche Repräsentanten. Über die nächsten vier Jahre, unter Lews Therins Leitung, wurde viel von dem Territorium zurückgewonnen, wenngleich auch nicht ohne Rückschläge. An diesem Punkt geriet man in eine Sackgasse, was beinahe ein Jahr andauerte. Dann begann der Schatten sich erneut zu erheben, erst langsam aber mit steigender Geschwindigkeit. Ausgehend von dem unbekannten Schreiber der bruchstückhaften Geschichte: "Es war als ob mit jedem Schritt, den der Schatten tat, Unordnung und Chaos wuchsen, und sich davon nährend gewann der Schatten an Stärke, so dass sein nächster Schritt größer war, und der danach würde noch größer sein."

Schließlich wuchs der Konflikt so weit, dass er die ganze Welt umschloss. Große Teile der Welt waren erschüttert worden, als der Krieg vor und zurück wogte, wenn auch wenige Informationen über einzelne Kämpfe überlebten. Es ist überliefert, dass der Drache Elan Morin Tedronai, den "Verräter aller Hoffnung", vernichtend vor den Toren von Paaran Disen schlug, aber alles andere, das diesen Kampf betrifft, ist verloren gegangen, sicher ist nur, dass Elan Morin seine Niederlage überlebte. Zum größten Teil scheint es aber, dass Lews Therin sich selbst im Kampf für eine verlorene Sache wiederfand. Einige seiner Generäle, denen er am meisten vertraute, unter anderem die bevorzugten Tel Janin Aellinsar und Barid Bel Medar, verrieten ihn, um zum Schatten überzuwechseln und ihre erheblichen Talente und Stärken im gegen ihn zu benutzen.

In den letzten Jahres des Krieges schien der Schatten auf dem Weg zum unvermeidlichen Sieg. Der Schatten war gewillt, den Großteil der Bevölkerung der eroberten Gebiete verhungern zu lassen oder zu ermorden, um seine Regeln mit Gewalt durchzusetzen, und die Mächte des Lichts konnten nicht länger dem langwierigen Krieg standhalten. Sie bewegten sich mit steigender Geschwindigkeit in Richtung Niederlage. Wenn sie noch gewinnen wollten, mussten sie nur eine entscheidende Strategie entwickeln, die den Krieg schnell beenden konnte.

Einer der wagemutigeren Pläne, vorgeschlagen von Lews Therin, drehte sich um eine direkte Attacke gegen den Stollen selbst, um es zu verschließen und den Zugriff des Dunklen Königs auf die Welt abzuschneiden. Ohne die Berührung des Dunklen Königs würde die Welt eine Chance haben, wieder zur Normalität zurückzukehren. Sieben unzerstörbare Cuendillar-Scheiben, hergestellt durch die Eine Macht und versehen mit dem Siegel der Aes Sedai wurden vorbereitet, um als "Fokuspunkte" zu funktionieren. Der Schlag sollte am Shayol Ghul ausgeführt werden, dem einzigen Ort auf der Welt, wo "diese Dünnheit des Gewebes" den Stollen spürbar machte. Ein Überfallkommando, bestehend aus Soldaten für die Sicherheit und einem Zirkel aus sieben weiblichen und sechs männlichen Aes Sedai würde dort hin reisen und durch die Fokuspunkte gehaltene Siegel anbringen.

Der Plan war aus einer Vielzahl von Gründen riskant. Alle wussten, dass der Dunkle König sicherlich einen direkten Einfluss auf das Gebiet nah um Shayol Ghul haben würde - seine Berührung hatte es schon von einer idyllischen Insel in eine kalte See und dann in eine zerstörte Einöde verwandelt - und es war fast sicher, dass jeder Versuch, dort die Macht zu lenken, sofort entdeckt und das Überfallkommando zerstört werden würde. Noch schlimmer, einige Experten behaupteten, dass, wenn die Siegel nicht mit absoluter Präzision angebracht werden würden, sie den Stollen nicht verschließen, sondern aufreißen würden und der Dunkle König vollständig befreit wäre.

Ein weiterer Plan drehte sich um zwei riesige Sa'angreal, einer ausgerichtet auf Saidin und einer auf Saidar, beide so mächtig dass ihre Benutzung zur eigenen Sicherheit zwei spezielle Ter'angreal erforderte, wie Miniaturversionen der großen Sa'angreale, und nur für diesen Zweck konstruiert. Dieses Projekt hatte ebenfalls seine Gegner, weil die Sa'angreale für so mächtig gehalten wurden, dass selbst einer es einer einzelnen Person ermöglichen würde, genug von der Einen Macht in sich aufzunehmen, um die Welt zu zerstören, während beide zusammen das mit Sicherheit tun würden. Einige bezweifelten, dass so viel von der Einen Macht auf sichere Weise gelenkt werden könnte. Dagegen stand die Gewissheit, dass sie gemeinsam genutzt genug von der Einen Macht zur Verfügung stellen konnten, um die Mächte des Schattens vollständig zu besiegen und eine Barriere um Shayol Ghul zu errichten, bis eine sichere Möglichkeit gefunden war, mit dem Stollen umzugehen. Viele derjenigen, die diesen Plan unterstützten, misstrauten dem anderen, und sie hatten keine Absicht, den Stollen sofort zu verschließen; sie fürchteten den gleichen Fehlschlag bei der genauen Platzierung.

Von einem der mächtigsten männlichen Sa'angreale, die jemals hergestellt wurden, Callandor, glaubt man, dass es während dem Krieg der Macht hergestellt worden ist. Ein Kristallschwert mit einer geschwungenen Klinge, es ist das einzige bekannte Sa'angreal, das in Form einer Waffe erschaffen wurde. Es wird angenommen dass es, vermutlich gleich nach den gigantischen männlichen und weiblichen Statuen, in der Lage ist, genug von der Macht zu lenken, um eine Stadt dem Erdboden gleich zu machen. Möglicherweise um die solch einer Waffe innewohnenden Gefahren zu verringern platzierten seine Erschaffer das Schwert inmitten des Steins von Tear und umgaben es irgendwann während der Zerstörung der Welt mit einem speziellen Schild, möglicherweise in einem Versuch, es vor wahnsinnig gewordenen männlichen Aes Sedai zu schützen.

Callandor

Callandor

In der Halle der Dienenden formierte sich Unterstützung für den zweiten Plan und Widerstand gegen den ersten um eine Frau namens Latra Posae Decume. Anscheinend als Sprecherin mit beträchtlicher Macht und Überredungskunst sammelte sie viele Anhänger um sich, aber was ihr den Sieg sicherte, war eine Vereinbarung, die sie mit jeder weiblichen Aes Sedai von nennenswerter Stärke auf der Seite des Lichts traf. (Im Manuskript heißt diese Vereinbarung "die verhängnisvolle Allianz", aber es ist anzuzweifeln, dass dies auch der Name war, unter dem es offiziell bekannt war). Lews Therins Plan war zu impulsiv, zu gefährlich, und keine Frau wollte ein Teil davon sein. Seit allgemein angenommen worden war, dass für die genaue Positionierung der Siegel ein Zirkel von sieben Frauen und sechs Männern benötigt werden würde, alle weit über der durchschnittlichen Kraft in der Macht, so vernichtete die Vereinbarung diesen Plan. Die Arbeit an den beiden riesigen Sa'angreal, welche die Form von Statuen haben würden, schritt rasch voran.

Genau als die Sa'angreal fertiggestellt waren, trat das Unheil ein. Die Ter'angreal, die benötigt wurden, um sie zu benutzen, wurden an einem weit von den Sa'angreal entfernten Ort hergestellt, um die Gefahr von "unkontrollierten Resonanzen während des finalen Stadiums" zu vermeiden, und diese Region wurde unter Sammael von den Mächten des Schattens überrannt. Glücklicherweise waren die Ter'angreal versteckt und der Ort, an dem man sie hergestellt hatte, vorher zerstört worden (er war die ganze Zeit über ein Geheimnis gewesen), so dass weder Sammael noch irgend jemand sonst vom Schatten wusste, dass die Werkzeuge der Macht in ihrer Reichweite waren. Die Seite des Lichts hatte immer noch die Sa'angreal, aber keine sichere Möglichkeit, sie zu benutzen; ohne die Ter'angreal war es sicher, dass selbst die/der stärkste Aes Sedai ausbrennen würde durch den riesigen Fluss der Einen Macht, vermutlich innerhalb von Minuten.

Lews Therin stritt wieder für seinen Plan, die Risiken anerkennend, aber vorbringend, dass es nun die einzige Chance wäre; trotzdem hielt Latra Posae ihre Opposition aufrecht. Der Glaube an die Gefahr von falsch gesetzten Siegeln hatte sich verbreitet und mehr weibliche Aes Sedai hatten sich der Allianz angeschlossen, sogar viele von denen, die nicht einmal ansatzweise stark genug waren, um sich für den Zirkel zu qualifizieren. Latra Posae schaffte es, Agenten loszuschicken, die den Versuch wagten, die Zugangsschlüssel-Ter'angreal aus dem vom Schatten kontrollierten Gebiet zu schmuggeln.

Beinahe direkt nach Sammaels Vormarsch und lange bevor Latra Posaes Agenten Zeit hatten, ihre Ziele zu erreichen, schlugen Armeen, kommandiert von Demandred und Be'lal, hart zu und bedrohten (obwohl vermutlich unwissend) die großen Sa'angreal. Zu diesem Zeitpunkt des Krieges war das Aufhalten des Vormarsches des Schattens das beste, auf das gehofft werden konnte; die Mächte des Lichts hatten in über zwei Jahren kein erobertes Land zurückgefordert. Lews Therins Mächte schafften es gerade so, diese beiden Ereignisse unter Kontrolle zu bringen, aber Demandred und Be'lal erhielten den Druck aufrecht. Sammael startete eine neue Offensive, ebenso knapp aufgehalten, und es wird schwere militärische Aktivität überall erwähnt. Es war klar, dass die finale Niederlage kurz bevorstand; sollte irgendeine dieser drei Hauptattacken, angeführt durch die Verlorenen, durchbrechen, wäre das Ende nur eine Frage der Zeit, vielleicht gerade noch ein Monat. Massive Aufstände überschwemmten einige Städte, die noch vom Licht gehalten wurden, als die Menschen in Panik ausbrachen in Erwartung des Sieges des Schattens. Die Halle der Diener selbst wurde von denen völlig zerstört, die einst loyal zu Lews Therin gestanden hatten, und "die Friedensfraktion" tauchte wieder auf. Diese Fraktion war anscheinend eine Gruppe, die Verhandlungen mit den Verlorenen verlangte.

Die Sieben Siegel Die meisten Erwähnungen über die Siegel beinhalten die sieben handflächengroßen Scheiben sind auf der Oberseite mit dem uralten Symbol der Aes Sedai gekennzeichnet, halb totenschwarz, halb reinstes Weiß, die beiden seiten durch eine fließende Linie geteilt. Tatsächlich dient jede dieser Scheiben nur als Fokus für das tatsächliche Siegel auf dem Gefängnis des Dunklen Königs, welche Gewebe der Macht sind. Die Scheiben selbst sind Ter'angreal, hergestellt aus Cuendillar, oder "Herzstein", und entworfen, um jegliche Kraft, die gegen sie eingesetzt wird, zu absorbieren, die Eine Macht eingeschlossen, und eher noch stärker durch die Angriffe zu werden, als zu zerbrechen. In den vergangenen Jahren begannen diese Siegel zu verfallen. Jene, die gefunden worden sind, sind nicht länger unzerstörbar. Die Auswirkungen auf die Lage des Gefängnisses des Dunklen Königs, bedenkt man die Verbindung zwischen den Scheiben und den tatsächlichen Siegeln, sind zu schrecklich, um sie in Betracht zu ziehen.

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Die vorliegenden Beweise geben nicht an, ob es im Verlauf des Krieges mehrere Friedensfraktionen gab, oder nur eine und ob ihr Glück zu- oder abnahm. Es war nicht das erste mal, dass eine Fraktion die auf Frieden mit den Verlorenen drängte, obwohl das Manuskript klar stellt, dass diese Gruppe aus eigenem Antrieb zu verschiedenen Gelegenheiten Gesandte zu den Verlorenen schickte, um eine gemeinsame Lösung zu finden. In jedem Fall wurden Mitglieder der zurückkehrenden Delegation später enttarnt, für die Sache des Schattens zu arbeiten. Anscheinend hörten sie nicht auf ein Sprichwort, das während ihrer Zeit geprägt worden war: "Es kann niemals Frieden mit dem Schatten geben."

Latra Posaes Opposition gegen den Plan des Drachen bestand trotz dieser Ereignisse, und die weiblichen Aes Sedai - vielleicht in der Art von Tieren, die einen Felsbrocken talwärts stürzen sehen und in seinem Weg der Zerstörung vor Schreck erstarren - hielten an ihrem Versprechen fest, die Bildung des Zirkels unmöglich zu machen. Lews Therin wusste schlicht und einfach, dass es unmöglich sein würde, die riesigen Sa'angreal lange genug zu halten, bis die Zugangs-Ter'angreal herausgeschmuggelt werden konnten, selbst wenn das Schmuggeln erfolgreich wäre. Aus seiner Sicht hatten sie keine Wahl mehr und er beschloss, seinen ursprünglichen Plan ohne die Frauen durchzuführen.

Zu diesem Zeitpunkt wusste niemand, dass alle Agenten, die für das Wiederfinden der Ter'angreal verantwortlich waren, gefangen und getötet worden waren, und die Artefakte waren weit über die Gegend verstreut, die vom Schatten gehalten wurde. Die Neuigkeiten über diese Tragödie wurden nicht übermittelt bis lange nach den Ereignissen, die jedermanns Pläne weit überstiegen.

Eine Gruppe starker, junger männlicher Aes Sedai, laut bis hin zur Störung der Treffen in der Halle der Diener hatte Lews Therin während des Streites mit Latra Posae unterstützt. Diese Gruppe wurde gern die Hundert Gefährten genannt, obwohl ihre Zahl zu diesem Zeitpunkt tatsächlich einhundertdreizehn betrug. Mit den Hundert Gefährten und einer Streitmacht von mehreren Zehntausend Kriegern startete Lews Therin den geplanten Angriff auf den Stollen.

Obwohl die genauen Ereignisse dieses Tages niemals bekannt werden können, haben wenigstens ein paar Details überlebt. Der Drache und seine Gefährten erreichten den Shayol Ghul, nur um einen unerwarteten Bonus zu entdecken: ein Treffen der dreizehn mächtigsten Verlorenen Aes Sedai fand im gleichen Moment in der Grube des Verderbens innerhalb des Berges statt, vielleicht vom Dunklen König für eine Konferenz einberufen. Die Gefährten schlugen schnell und gnadenlos zu und versiegelten den Stollen sicher, ohne das Gefängnis des Dunklen Königs aufzureißen, so wie es viele Gegner vermutet hatten. Fünfundvierzig der Gefährten wurden in diesem Kampf getötet und erwartungsgemäß mussten die Krieger einen weit höheren Prozentsatz an Opfern hinnehmen. Der Gegenschlag fing alle anwesenden Verlorenen innerhalb der Siegel ein und nahm somit mit einem Schlag die Berührung des Schattens und seine Herrschaft von der Welt. Nachdem die Siegel sicher angebracht waren, wurden die Cuendillar-Scheiben sicher versteckt.

Nach ungefähr einhundert Jahren des Zusammenbruchs und zehn blutigen Jahren des Konflikts war der Krieg des Schattens zu einem Ende gekommen. Obwohl ein Großteil der Welt immer noch vom Schatten gehalten wurde, glaubten viele, dass dem Schatten folgenden ohne ihre Anführer beginnen würden zu schwanken, dass alle vom Schatten gehaltenen Länder leicht zurückzuerobern wären und dass der Schatten völlig ausgelöscht werden würde. Schlussendlich konnte der Dunkle König nicht länger die Welt berühren. Lews Therin, der Drache, und die Mächte des Lichts hatten den Sieg errungen, oder zumindest schien es so.

Niemand hatte mit dem Gegenschlag des Dunklen Königs gerechnet.

Anmerkungen Bearbeiten

  1. Tatsächlich ist dieses Wort hier falsch gewählt. Robert Jordan bestätigte selbst, dass die Bezeichnung Schattenlords erst während der Trolloc-Kriege benutzt wurde. (QotW 2-12 - Verlorene 1)
  2. Zum Schatten bekehren
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