Rad der Zeit Wiki
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Vorwort

Die Welt seit der Zerstörung

Im Land

"Schattengezücht" ist das siebente Kapitel von Die Welt von Robert Jordans Das Rad der Zeit.

© Robert Jordan, Übersetzung von Nessaia Quelle: http://wot.books.free.fr/world/

Schattengezücht[]

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Der Krieg des Schattens begann als ein Konflikt von Männern gegen Männer. Aber Lews Therin und seine Unterstützer entdeckten bald, dass der Dunkle König mehr als gewillt war, nicht menschliche Soldaten zu benutzen, um für ihn zu kämpfen. Schon am Anfang des Krieges fanden sich die Gegner des Schattens plötzlich nicht nur Männern gegenüber, sondern auch Horden von dunklen, grauenvollen Kreaturen wie aus einem Alptraum, und ihre Zahl stieg, während der Krieg weiterging. Dieses Schattengezücht war oft noch vage menschlich, aber mit Unterschieden aus dem Schatten geboren, die es weit weniger menschlich machten, aber viel tödlicher.

Viele dieser Kreaturen wurden von dem Verlorenen Aginor und anderen aus existierendem genetischem Material geschaffen. Sie wurden entworfen, um sich eigenständig zu vermehren, wann immer es möglich war, da natürliche Fortpflanzung eine viel sicherere und billigere Möglichkeit war, große Mengen zu produzieren, als es in Laborbehältern möglich war.

Trollocs[]

Das größte Bedürfnis des Dunklen Königs war das nach Soldaten. Vor dem Krieg veranlassten seine Wissenschaftler die Kombination von lebendem menschlichem und tierischem genetischem Material, um die ultimativen Krieger zu erschaffen, etwas das mächtig und unerschütterlich im Kampf war, schnell, schwer zu töten, und intelligent genug, gut zu kämpfen und Anweisungen entgegen zu nehmen. Sie benutzten von Natur aus aggressive Tiere so wie Wildschweine, Bären, Wölfe, Ziegen, Wildkatzen, Widder und Adler in Kombination mit menschlichem Bestand, um diese Soldaten zu produzieren. Die daraus resultierenden Mann-Bestien, ein jedes mit dem Aussehen und den Eigenschaften des jeweiligen Tieres, aus dem sie erschaffen worden waren, wurden Trollocs genannt.

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Der Trolloc war und ist äußerst groß und stark. Stehend acht bis zehn Fuß hoch, mit dem Körper eines übergroßen, extrem muskulösen Mannes sind sie stärker als der menschliche oder tierische Teil ihres Erbes und beinahe so schnell wie ein Pferd. Von Natur aus bösartig offenbarten sie eine Fülle von Grausamkeiten, und töteten aus keinem anderen Grund als aus der puren Freude daran. Und ihre Größe und Stärke machen sie extrem schwer zu töten.

Wie auch immer, als ultimative Kampfmaschine war diese Kreatur anfänglich ein Fehlschlag. Trollocs hatten einfach nicht die entscheidende Disziplin oder die Fähigkeit, Anweisungen entgegen zu nehmen, die einen brauchbaren Soldaten ausmachen. Anstelle dessen hatten sie die Instinkte und Triebe von Tieren, kombiniert mit den schlimmsten menschlichen Eigenschaften und einem (nach menschlichen Standards) sehr begrenzten Maß an Intelligenz. Sie konnten nur vergleichsweise einfache Aufgaben ausführen, und sie hatten sehr hinterlistige und instabile Perönlichkeiten. Als Soldaten waren sie normalerweise unfähig oder unwillig, Anweisungen zu folgen, bis man sie durch Angst dazu brachte. Sogar dann, wenn die Trollocs vor dem Feind mehr Angst hatten als vor ihrem Kommandanten, drehten sie sich oft um und rannten davon, manchmal während dessen die Kommandanten niedertrampelnd oder tötend.

Die Männer und Frauen, die diese Kreaturen zum ersten mal sahen, waren entsetzt. Ihre gewaltigen, grob behaarten massigen Formen ragten über jedem Menschen auf, während intelligente Menschenaugen böse aus Gesichtern funkelten, die oftmals Hörner oder Hauer trugen und bestialische Mäuler voller knirschender Zähne oder schnappende scharfe Schnäbel. Manche hatten sogar die Hinterbeine der Tiere, denen sie entstammten, mit Hufen oder Klauen anstelle der Füße, obwohl beinahe alle menschenähnliche Hände hatten, mit dicken schweren Nägeln - womit sie ihre tödlichen Waffen besser tragen konnten. Und wenn es ihnen auch an wirklicher soldatischer Disziplin fehlte, machte ihre schiere Zahl das wieder wett.

Ihre Lust aufs Töten machte es für ihre Kommandanten sehr schwer, lebende Gefangene zu nehmen, oder Trollocs in Momenten zu nutzen, in denen sie zwischen Freund und Feind unterscheiden  mussten. Es war einfacher, die Tiermenschen frei herumlaufen und töten - und oftmals essen - zu lassen, wen immer sie fanden, als sie dort zu nutzen, wo irgendwie Zurückhaltung und Unterscheidung erforderlich waren. Trollocs waren Allesfresser, aber sie zogen Fleisch allem anderen vor: Tierfleisch, Menschenfleisch, oder sogar Trollocfleisch - es machte keinen Unterschied.

Schattenverschworene Forscher mühten sich ab, einen Weg zu finden, Gebrauch zu machen von den wenigen Vorteilen der Trollocs. Es musste einen Weg geben, diese Tötungsmaschinen zum Nutzen für den Großen Herrn zu motivieren und zu kontrollieren. Ironischerweise waren es die Trollocs selbst, die die Lösung lieferten, ganz nebenbei durch ihren zurückgeworfenen Nachwuchs: die Myrddraal.

Myrddraal[]

Der Nachwuchs von Trollocs bringt nicht immer die ursprüngliche Rasse hervor; anstelle davon entstehen manchmal Rückzüchtungen zu entweder der tierischen oder der menschlichen Seite ihrer Genetik. Die Rückzüchtungen zur tierischen Hälfte sterben, aber die Rückzüchtungen zu der menschlichen Seite überleben normalerweise, allerdings sind sie verseucht von dem Bösen ihrer ursprünglichen Macher, und werden Myrddraal genannt.

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Auch bekannt als Schattenmann, Halbmann, Lurks, Doppelgänger, Blasser und Ungeborene ähneln Myrddraal Männern mehr, als ihren Trolloc-Eltern in Größe, Erscheinung und Maß an Intelligenz. Obwohl ihre Namen immer in der Trolloc-Sprache lauten, unterscheiden sie trotzdem erheblich sowohl von Trollocs als auch von Menschen, da sie vom Schatten verdreht wurden. Mit seinem großen, muskulösen, kalt gut aussehenden Körper sieht jeder Myrddraal aus wie der andere, als ob sie in die gleiche Form gegossen worden wären. Sie bewegen sich mit geschmeidiger Eleganz mehr als ein Mensch es vermag, und schlagen mit der Schnelligkeit einer Schlange zu. Ihre Haut ist, anstelle von rosa, braun, schwarz oder sogar golden, von dem toten fischbauchweiß einer Nacktschnecke, die man unter einem Stein findet, während das Blut, das durch ihre Adern rinnt, ätzend ist und schwarz wie der Herr, dem sie dienen. Schwarzes Haar, dem es an jedem Hinweis auf menschlichen Glanz oder Textur fehlt, bedeckt nur ihre Köpfe, ihre bleichen Gesichter nackt lassend.

Der abschreckendste Unterschied zwischen Menschen und Myrddraal sind ihre Gesichter, die dem menschlichen Gesicht ähneln, aber keine Augen haben. Nicht einmal die geringste Vertiefung beeinträchtigt die grausam glatten Flächen, die die Gesichter der Myrddraal dort bedecken, wo die Augen sein sollten, obwohl diese Kreaturen wie Adler im hellsten Sonnenlicht oder im dunkelsten Schatten sehen können. Deshalb werden sie auch "die Augenlosen" genannt.

Sehen ohne Augen ist nicht ihre einzige nicht menschliche Fähigkeit - sie können auch verschwinden, wo immer Schatten sind, und über weite Strecken reisen, indem sie auf irgendeine von Schatten bedeckte Fläche treten, nur um plötzlich irgendwo anders aufzutauchen. Sogar Aginor, der die Trollocs erschuf und somit indirekt auch die Myrddraal, war nicht in der Lage, herauszufinden, wie sie den Schatten nutzen konnten, um sich selbst zu transportieren.

Möglicherweise bedingt die Art ihrer Erschaffung, dass sie nur teilweise in dieser Welt existieren, so dass Spiegel nichts reflektieren außer einem Nebel von dort, wo ein Myrddraal steht, und dass ihre Mäntel immer bewegungslos von ihren Schultern hängen, egal wie stürmisch es um sie herum ist, als ob der Wind dieser Welt es nicht wagt, sie zu berühren. Ihre einzige bekannte Schwäche ist die Angst vor fließendem Wasser. Wann immer es möglich ist, vermeiden sie, es zu überqueren oder auf irgend einer Art von Strom, Fluss oder Kanal zu reisen. Nur die größte Notwendigkeit kann sie dazu zwingen, diese Abneigung zu überwinden. Ihre Angst wird niemanden retten, der ein direktes Ziel eines Schattenmannes ist, stoppt aber jede weitere sonstige Verfolgung.

Vermutlich ist ihre mächtigste Waffe ihr augenloser Blick. Das Starren aus einem dieser kalten, gnadenlosen Gesichter verursacht paralysierende Angst. Sogar die mutigsten Krieger sind schon ängstlich dem Starren eines Schattenmannes ausgewichen.

Es war die Fähigkeit des Myrddraal, Angst auszulösen, die das Trolloc-Problem löste. Sogar Trollocs waren (und sind) entsetzt von Myrddraal und die Halbmenschen waren sehr fähig, Anweisungen aufzunehmen und zu befolgen. So kam es dazu, dass die Trollocs als Soldaten wiedergewonnen wurden mit den Myrddraal als ihren Kommandanten. Die Halbmenschen trieben sie in die Schlacht und kontrollierten sie durch Angst.

Irgendwann wurde entdeckt, dass man einen Myrddraal mit einigen Trollocs verbinden konnte, womit er ihre bestialische Natur komplett übernehmen und Kontrolle über ihren Verstand und ihren Willen bekommen konnte, um eine tödliche, gut disziplinierte Kampfmacht zu erschaffen, beinahe so effektiv wie man ursprünglich bezweckt hatte. Unglücklicherweise war der Myrddraal das schwache Glied. Wurde er getötet, starben auch die Trollocs seiner Verbindung mit ihm.

Zusammen stellten Trollocs und Myrddraal einen furchteinflössenden Gegner dar. In Kampfeinheiten organisiert, Fäuste genannt, aus einem bis einhundert Trollocs, normalerweise unter dem Kommando eines Myrddraal, überschwemmten sie viele ahnungslose Gegenden, und zerstörten alles, das sich ihnen in den Weg stellte. Einer Bevölkerung, der der Krieg neu war, erschienen die Trolloc-Armeen wie die Personifikation des Dunklen Königs selbst.

Ein Myrddraal von einer anderen Farbe

Es wird gesagt, dass alle Myrddraal vom Aussehen her gleich sind, aber schließlich wurde eine Variation von der Norm gesichtet. Es ist ein Myrddraal, anders als alle anderen. Sein richtiger Name, Shaidar Haran, "Hand des Schattens", ist in der Alten Sprache, nicht in der Trolloc-Sprache wie die Namen aller anderen Halbmenschen. Wo die meisten Myrddraal so groß sind wie ein normaler Mann, ist Shaidar Haran mehrere Fuß größer, sein Kopf und seine Schultern erheben sich über Mann und Halbmensch gleichermaßen. Sein Auftreten ist von einer Arroganz, anstatt von Unterwürfigkeit, bis hin zu dem Punkt, dass er Verlorene herumkommandiert, und er hat eine dunkle Art von Humor bewiesen, etwas absolut Unbekanntes unter Myrddraal.

Obwohl Myrddraal die Nachkommen von Trollocs sind, haben sie nur wenig Ähnlichkeit mit ihnen, außer dass sie Trolloc-Namen haben. Soweit bekannt ist, sind alle Myrddraal männlich, entsprechend ihrer gemischten Natur vermutlich zeugungsunfähig, und es fehlt ihnen absolut an persönlicher Ausdrucksweise, so wie Schmuck oder Unterschiede bei der Rüstung oder Kleidung. Wo Trollocs einen niederträchtigen und gewalttätigen Sinn von Humor haben, haben Myrddraal gar keinen. Die Schattenmänner ziehen eine verhältnismäßig einsame Existenz vor und werden selten in größeren Gruppen gesehen, sie vermeiden sogar die bloße Existenz von sozialer Interaktion. Sie halten sich normalerweise ein Stück entfernt von den Trollocs, die sie kommandieren. Anders als Trollocs sind sie in der Lage, mit großer List und Gerissenheit allein zu arbeiten, um an ein Ziel heranzukommen. Sie sind auch schwerer zu töten, als Trollocs. Sogar wenn tödlich verwundet, sterben sie nicht komplett, bis die Sonne aufgeht.

Ihre Waffen, Rüstung und Kampfstil sind viel höher entwickelt als die ihrer Eltern. Anstelle von groben Kettenhemden und Leder tragen sie schwarzen, gegliederten Stahl, designed in mehreren überlappenden Streifen über einem schwarzen Waffenrock und Reithosen, die maximalen Schutz und Bewegungsfreiheit geben, während sie ihr schlangengleiches Verhalten an den Tag legen. Ein schwarzer Umhang mit tiefer Kapuze wird über der Rüstung getragen und bedeckt oft das Schwert - ihre Hauptwaffe.

Myrddraal-Schwerter sind sehr spezielle Waffen. Anders als die grausamen Trolloc-Klingen, die aus jeder Art von  benutzbarem Material gehauen werden, werden diese Klingen nur an einem Ort auf der ganzen Wert hergestellt, eine grau bedachte Schmiede an den Hängen von Shayol Ghul im Tal von Thakan'dar, mehrere Yards weit weg von der Grube des Verderbens selbst. Kein menschlicher Schmied stellt solche faulen Klingen her. Nur Schattenschmiede, lebendige, mannähnliche Wesen, scheinbar aus dem Stein des Berges geschlagen, können den tödlichen Stahl bearbeiten. Obwohl nicht wirklich am Leben vollführen sie ihre einzige Aufgabe mit großer Präzision. Jede schwarze Schattenklinge ist sorgsam geformt, gekühlt in den tintenschwarzen, verdorbenen Strömen von Shayol Ghul, und gewürzt mit einer menschlichen Seele.

Die kleinste Wunde von einer dieser verdorbenen Klingen bringt dem Opfer den Tod; die Wunden eitern und wollen nicht heilen, außer mithilfe der Einen Macht. Mit solch einer Waffe werden nur wenige Fertigkeiten benötigt, aber die Halbmenschen sind bewegliche Kämpfer und würden auch mit Stahl gepanzerte Feinde beeindrucken. Die schwarzen Klingen machen (und machten) sie beinahe unbesiegbar für herkömmliche Soldaten. Aber ihre Waffen nutzen sich nach einiger Zeit ab und müssen ersetzt werden, und der Ersatz für Myrddraal-Schwerter ist (und war) nicht immer erreichbar durch die Verfügbarkeit von Material oder lebenden Gefangenen.

Draghkar[]

Die Myrddraal waren ein zufälliger Ableger von Trollocs, aber andere Konstrukte, genauso gefährlich, waren absichtliche Verfälschungen menschlichen Materials. Das grauenerregendste davon ist der Draghkar, gefährlich nicht wegen irgendwelcher Fähigkeiten im Kampf - die Kreatur kämpft nicht gut, da sie sehr dünne, fragile Hände und Arme hat, ungeeignet für Waffen - aber wegen seiner Fähigkeit, seine Beute in seine todbringende Umarmung zu rufen. Die Hauptwaffe des Draghkar ist sein Gesang, ein sanftes, unwiderstehliches Summen, das das sein Opfer zwingt, sich zu nähern. Seine Berührung ist nicht sofort tödlich, aber Überlebende sind normalerweise schlimmer dran, als wenn sie tot wären.

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Während der Rast wird der Draghkar leicht für einen übergroßen, blasshäutigen Mann gehalten, der in einen großen schwarzen Umhang gehüllt ist. Dunkles, schulterlanges Haar, das oftmals zu einem eleganten Zopf gebunden ist, ergänzt diese Illusion. Tatsächlich ist der Umhang ein Paar von großen, fledermausgleichen Flügeln, die in der Lage dazu sind, das Gewicht der Kreatur im Flug zu tragen. Der schlanke Körper unter den Flügeln erscheint menschlich, außer der zu blassen, fast weißen Haut und den scharfen Krallen an den Spitzen der menschlich aussehenden Hände. Das Gesicht enthält wenig Menschlichkeit. Ausgemergelte Wangen unterstreichen große dunkle Augen - viel zu groß für jeden geborenen Mann - und eine Wunde von Mund mit glänzenden, blutroten gekräuselten Lippen, die spitze Zähne verdecken.

Trotz der scharfen Zähne ist es nicht der Biss des Draghkar, der so gefährlich ist, sondern sein Kuss. Wenn er einmal die Aufmerksamkeit seiner bevorzugten Beute auf sich gelenkt hat, setzt der Draghkar seine missgebildeten Lippen zu einem Kuss auf sein Opfer, der langsam seine Seele aussaugt. Erst, wenn Seele und Persönlichkeit komplett aufgesaugt sind, verschlingt die Kreatur auch das Leben. Die von ihm getöteten haben keine Zeichen an ihren Körpern, aber sie sind kalt von dem Moment an, an dem sie fallen, als wären sie schon mehrere Tage tot. Opfer, die das Unglück haben, geküsst, aber vor dem Moment des Todes gerettet zu werden, werden als leere, seelenlose Hüllen zurückgelassen - mehr eine Parodie des Lebens. Die meisten finden es besser, gar nicht, als zu spät vor einem Draghkar gerettet zu werden. Sogar jene, die nur einen flüchtige Berührung dieser Lippen erlebt haben, sind für immer verändert, denn ein Teil ihrer Seele wurde aufgesaugt.

Während des Krieges der Schatten, so wie auch heute, wurden Draghkar hauptsächlich als Assassinen im Freien benutzt, meist in Verbindung mit einem verwirrenden Angriff von Myrddraal und Trollocs. Sie benutzen ihre Schwingen, um ungesehen an ihre Beute zu kommen, vorzugsweise nachts und wenn das Ziel allein ist, dann sinken sie zu Boden und benutzen ihren Gesang, um das Opfer in seinen oder ihren Tod zu locken. Sie sind weniger effektiv als Assassinen, die tagsüber oder drinnen arbeiten, weil sie sich nur schwer Zugang zu verschlossenen Gebieten verschaffen, oder mit Gruppen von Menschen im Tageslicht umgehen können.

Schattenhunde[]

Nicht alles Schattengezücht war entworfen worden, vage menschlich zu erscheinen. Die Schattenhunde wurden aus hündischem Material konstruiert, verdorben durch den Schatten. Hunden nur in ihrer grundsätzlichen Gestalt gleichend sind sie schwärzer als die Nacht und so groß wie Ponies. Ihr Geheul klingt bei voller Lautstärke wie das eines Wolfes, aber mit einem unheimlichen heulenden Ton, einem Nachklang von Blut und Tod, die niemals aus dem Hals einer geborenen Kreatur kommen könnte.

Der Dunkle König war nicht nur beschränkt auf tierähnliche Konstrukte als Sklaven. Er machte auch Gebrauch von normalen Tieren, die eine Verbundenheit zum Verfall, Aasfresserei und Tod hatten. Wie auch heute noch wurden Raben und Krähen oft als Spione und Mörder eingesetzt, und trugen das, was sie gesehen hatten, zu den Myrddraal, die die Informationen aus ihren Köpfen holen und an ihren Herrn weiterleiten konnten. In den Städten vollführten Ratten und ähnliche Schädlinge die gleiche Funktion. Sobald diese Tatsache erkannt worden war, setzten viele Gegenden ein hohes Kopfgeld auf diese Wesen aus. Denn obwohl man sicher war, dass nicht jede Ratte oder jeder Rabe dem Dunklen König diente, gab es keine Möglichkeit, herauszufinden, welche welche war. Besser, man versuchte sie alle zu zerstören.

Entworfen als Wachbestien während der Zeit des Krieges der Macht wurden sie in späteren Jahren genutzt, um die Feinde des Dunklen Königs zu jagen. Jeder von ihnen wiegt zweihundertfünfzig bis dreihundert Pfund und sie laufen normalerweise in Rudeln von zehn oder zwölf. Nur einzelne Rudel werden benutzt, da es sonst wahrscheinlicher ist, dass sie sich gegeneinander wenden, als gegen die Beute.

Es wird spekuliert, dass sie bei ihrer Erschaffung teilweise aus der Realität entfernt wurden. Das würde die Tatsache erklären, dass sie trotz ihrer Größe selbst auf dem weichsten Boden keine Spuren hinterlassen, aber auf dem härtesten Grund Pfotenabdrücke. Oft begleitet sie der Geruch von brennendem Schwefel.

Die Schattenhunde haben vermutlich zum Entstehen der Legende von Grim oder dem Alten Grim - dem Dunklen König - und seiner "Wilden Jagd" beigetragen. Laut der Legende würde der Alte Grim während einer klaren Vollmondnacht mit seinen "schwarzen Hunden" ausreiten, um Seelen zu fangen, den Geruch von brennendem Schwefel hinter sich herziehend. Mit Augen, die wie Silber schienen und knirschenden Zähnen, glänzend wie poliertes Metall, würden die schwarzen Hunde ihr Opfer in Grund und Boden rennen. Regen konnte die Wilde Jagd aus der Nacht fernhalten, aber wenn sie einmal auf der Jagd nach einer Seele waren, musste man sich ihnen stellen und sie besiegen, oder der Tod des Opfers war unvermeidbar. Manche glaubten, dass es einen baldigen Tod bedeutete, wenn man die Wilde Jagd nur vorbeiziehen sah, entweder für den Beobachter oder für jemanden, der ihm nahe stand. Man dachte, es sei besonders gefährlich, sie an einer Kreuzung zu treffen, kurz nach dem Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang.

Es ist wahr, dass Schattenhunde ihr Ziel nicht leicht aufgeben. Sie mögen keinen Regen oder Gewitterstürme, und werden sich normalerweise nicht hineinwagen, aber wenn sie ohnehin schon jemandem auf der Spur sind, kann der Regen sie meistens nicht stoppen. Sie sind schneller als rennende Pferde und können länger durchhalten als jedes Pferd. Es ist manchmal möglich, die Verfolgung zu beenden, indem man zwischen die Beute und die Hunde ein fließendes Gewässer bringt, da sie fließendes Wasser nicht überqueren werden. Die einzig andere Chance ist, sie zu töten oder getötet zu werden, und noch niemals ist einer leicht gestorben. Seit der Zerstörung und dem Verlust der Technologie aus dem Zeitalter der Legenden hat nur die sicherste Hand mit dem Bogen oder Schwert eine Chance, und selbst das ist manchmal nicht genug.

So schwer wie Schattenhunde sterben, so leicht töten sie auch. Der kleinste Biss ihrer grauenvollen Mäuler bedeutet den Tod, so sicher als hätte das Opfer einen Dolch ins Herz bekommen. Ihr Blut und ihr Speichel sind wie Gift. Ein Tropfen auf der Haut kann schon töten, normalerweise sehr langsam und unter großen Schmerzen.

In der jüngsten Zeit ist eine neue Züchtung von Schattenhunden in der Welt gesehen worden, eine, die nur mithilfe der Einen Macht getötet werden kann. Geschichten erzählen von den Bestien, die in Stücke geschnitten wurden durch mächtig geschwungene Klingen, nur um ihre zerhackten Teile wieder zu verschmelzen und zu ganzen, lebenden Hunden zu formen und erneut anzugreifen. Sollten diese Geschichten der Wahrheit entsprechen, lassen sie nichts gutes erahnen.

Graue Männer[]

Nicht alles Schattengezücht war konstruiert. Es gab einige Kreaturen, wie die sogenannten Grauen Männer, wie ursprünglich normale lebende Männer und Frauen gewesen waren. Sie verschrieben ihre Seelen nicht nur dem Schatten, so wie Schattenfreunde es taten, sondern gaben sie tatsächlich ab. Und obwohl sie sich immer noch bewegen und denken, sind sie schon tot. Diese "Seelenlosen" sind sehr effiziente Assassinen, da sie ihr Mangel auf irgend eine Weise so normal und unscheinbar aussehen lässt, dass sogar der suchendste Blick einfach über sie hinweggleiten kann. Sie werden tatsächlich einfach nicht wahrgenommen. Das erlaubt ihnen, ganz leicht sogar in sehr belebte Plätze einzudringen. In den meisten Fällen sieht das jeweilige Opfer sie selbst nach dem Anschlag nicht, und es gibt Gelegenheiten, wo Vorbeigehende das Opfer fallen sehen und den Killer übersahen.

Graue Männer sind meistens Männer, obwohl es in ihren Reihen auch Frauen gibt, und sogar im Krieg des Schattens hatten sie keinen anderen Nutzen als Attentate, jedenfalls soweit heute bekannt ist. Es ist nicht bekannt, welche Versprechen den Menschen vom Großen Herrn gemacht wurden, um sie dazu zu bringen, ihre Seele aufzugeben, obwohl die Zahl derer, die entdeckt wurden, annehmen lässt, dass das Motiv sehr stark gewesen sein muss.

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