Rad der Zeit Wiki
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Vorwort

Die Welt seit der Zerstörung

Im Land

"Die Neue Ära" ist das vierzehnte Kapitel von Die Welt von Robert Jordans Das Rad der Zeit.

© Robert Jordan, Übersetzung von Nessaia Quelle: http://wot.books.free.fr/world/

Inhalt[]

Mit dem Ende des Hundertjährigen Krieges kam ein relativer Frieden für beinahe eintausend Jahre. Es gab immer noch Streit unter den Nationen, aber die Bevölkerungsgrößen waren so gesunken, dass diese Streitigkeiten selten über nationale Grenzen hinaus gingen. Die meisten Herrscher konzentrierten sich nur darauf, einfach das Land, das sie beanspruchten, zu halten. Die Gesellschaft als ganzes begann sich wieder einmal aus der Asche des Krieges zu erheben. Handel und Gewerbe nahmen den Platz von Eroberungen ein.

566 NÄ garantierten die Aiel, bisher nur bekannt als mysteriöse und tödliche Menschen, die unter sich blieben, der Nation von Cairhien das Recht, die Aiel-Wüste zu durchqueren, ein Recht, das bisher allen verwehrt geblieben war außer Kesselflickern und Fahrenden Händlern. Sie gaben den Cairhienern einen Setzling, genannt Avendoraldera, eine Ableger des märchenhaften Avendesora (der ein Nachkomme der Chora-Bäume ist), um die Garantie zu besiegeln. Die Aiel befahlen ihnen, ein Banner zu tragen, das das dreiblättrige Blatt von Avendesora zeigte, und nicht mehr Waffen als sie für ihre Selbstverteidigung bräuchten; freie Passagen in der Wüste gaben cairhenischen Händlern Zugang zu Seide und anderen seltenen Gütern, die nur in den Ländern hinter der Wüste erhältlich waren.

In den letzten Jahren wurde entdeckt, dass die Aiel einen klaren Grund für ihr Geschenk Avendoraldera hatten. Während der Zerstörung der Welt halfen die Urahnen der Cairhiener den Urahnen der Aiel, indem sie ihnen Wasser bewilligten, und als sie nun entdeckt hatten, wer die Cairhiener waren, revanchierten sie sich mit einem ehrenvollen Geschenk. Die Aiel empfanden es einfach nicht als notwendig, sich den "Feuchtländern" zu erklären, die sie belohnten.

Die Zufuhr von Waren aus Shara machte nicht nur Cairhien zu einer wohlhabenden Nation, sondern bereicherte ihre Nachbarn genauso. Anfangs hatte das Land eine Quelle für Güter, die sich mit den Händlern des Meervolkes messen konnte. Dieses Glück schien, zumindest den Cairhienern, eine neue Ära des Wohlstands anzukündigen. Niemand wusste, dass das Geschenk der Aiel den Samen für einen neuen blutigen Krieg beinhaltete.

Die Nationen fochten Kriege aus, aber nur wenige dauerten länger als ein Jahr oder zwei. Die Nationen entlang der Fäule-Grenze traten diesen selten bei; sie hatten die Fäule, und Trollocs, um zu kämpfen. Andere, warum auch immer, haben eine lange Geschichte dieser "kleinen" Kriege zwischen einander hinter sich, ganz besonders Andor und Cairhien, Tear und Cairhien, und Arad Doman und Tarabon.

Über die Jahre übernahmen die Kinder des Lichts die Kontrolle über Amadicia, und regierten praktisch alles; Könige und Königinnen saßen immer noch auf dem Thron von Amadicia, aber sie taten nichts ohne die Erlaubnis vom Kommandierenden Lordhauptmann der Kinder des Lichts. 957 NÄ warfen die Kinder ihr Auge auf Altara, und ob sie auch auf Murandy und Illian sahen oder nicht, Murandy und Illian glaubten, dass sie es taten. Das Resultat ist den Kindern bekannt als "die Aufstände", dem Rest der Welt als der Weißmantel-Krieg. Lordhauptmann Pedron Niall (später zum Kommandierenden Lordhauptmann gewählt) übernahm die Leitung der Kinder des Lichts, während Mattin Stepaneos den Balgar, König von Illian, die Opposition anführte. Während es wahr ist, dass Niall den Großteil der Schlachten gewann, und tatsächlich Mattin Stepaneos in der Schlacht von Soremaine gefangen nahm (wo nur die Tapferkeit der Illianer Gefährten es dem Großteil der illianischen Armee ermöglichte, der Falle zu entkommen), konnten die Kinder im Endeffekt nicht so viel auf einmal wegstecken. Mattin Stepaneos, der vom Konzil der Neun in Illian freigekauft worden war, zwang die Kinder schließlich, einen Vertrag zu akzeptieren, der die vormaligen Grenzen zwischen Amadicia und Altara erneut bestätigte.

Das Jahr 965 NÄ sah Laman Damodred den Thron von Cairhien nehmen. Der Krieg zwischen Andor und Cairhien wurde wieder aufgenommen und setzte sich mit nur einer kurzen Pause bis 968 NÄ fort.

Andere Nationen hatten auch ihre Probleme, als das Millennium sich dem Ende zuneigte. Illian und Tear gingen 970 NÄ einmal mehr in den Krieg, und die Feindseligkeiten dauerten beinahe sechs Jahre, obwohl einige Schreiber die unterbrochenen Kämpfe in drei eigenständige Kriege teilten; darüber hinaus waren die Feindseligkeiten zwischen Cairhien und Andor dauerhaft geworden. Sogar die Hochzeit von Taringail Damodred von Cairhien, dem Neffen von König Laman, mit Tigraine, der Tochter-Erbin von Andor, garantierte nur einen zeitweiligen Frieden. Die politische Heirat wurde als keine glückliche beschrieben, besonders für Tigraine. 972 NÄ verschwand sie und die regierende Königin, Mordrellen, starb ohne Erbin, einen internen Kampf um die Nachfolge auslösend, der damit endete, dass Morgase Trakand den Thron bestieg. In einem Versuch, einen erneuten Krieg mit Cairhien zu vermeiden, heiratete Morgase Tigraines Witwer Taringail, aber anders als Tigraine hatte sie keine Bedenken, Taringail daran zu erinnern, dass er nicht Mitregend von Andor war und es auch niemals sein würde.

Ein Kieselstein, der einen Berg herunterrollt, kann eine Lawine auslösen, sogar wenn es richtig und notwendig war, dass der Kiesel abglitt. Morgases Fehler, Taringails Ego zu dämpfen, war solch ein Kieselstein. In Cairhien war Lamans Bedürfnis danach, seinen Neffen nicht nur als Mitregenten sondern als Alleinherrscher von Andor zu sehen, wohl bekannt; solche Dinge sind in Cairhien schwer zu verstecken, wo die Kinder das Spiel der Häuser mit ihren Puppen und Spielzeugsoldaten spielen. Dass Taringail auf keine Weise Morgases gleichwertiger Partner in der Regierung war, wurde schnell öffentlich bekannt in Cairhien, und unter denen, die das Spiel der Häuser spielen, wie Cairhener es tun, wird so ein kleiner, vielleicht nur zeitweiliger Misserfolg als eine Schwäche angesehen. Komplotte wurden geboren, um Laman abzusetzen, und er brütete seine eigenen Pläne aus, um sie zu beantworten. Als Nebeneffekt eines seiner Pläne fällte Laman Avendoraldera, um einen Thron anfertigen zu lassen, der niemals kopiert werden konnte. Der Baum war gefällt und die Lawine begann.

Der Aiel-Krieg[]

Die Zerstörung von Avendoraldera brachte einen Krieg weit über jedermanns Alpträume hinaus. Im späten Frühling von 976 NÄ schwärmten zehntausende Aiel über den Drachenwall, um nach Cairhien einzufallen. Den Menschen von Cairhien erschien es, als wenn die ganze Aiel-Nation bei ihnen eingefallen wäre. Tatsächlich waren es nur vier Clans, die Nakai, die Reyn, die Taardad und die Shaarad; alle unter der Leitung von Janduin, einem Eiserne Berge Taardad und Clanhäuptling der Taardad Aiel. Sie hatten von Lamans Tat gehört und wollten den "Baummörder" für sein Verbrechen bestrafen, wobei das erst viele Jahre später bekannt wurde. Die "Aiel Invasion" fegte durch Cairhien, die Hauptstadt einnehmend und in Brand steckend, nur Monate nachdem sie den Drachenwall überquert hatten. Nur die Bibliothek wurde verschont. Aus Cairhien breitete sich der Aiel-Krieg, wie er schnell genannt wurde, aus nach Tear, zurück über den Fluss Erinin nach Andor und schlussendlich, drei Jahre nachdem die Aiel den Drachenwall überquert hatten, nach Tar Valon selbst. Zu dieser Zeit hatte beinahe jede Nation Soldaten gegen die Invasoren gesandt, damit der Ansturm nicht sogar noch ihr eigenes Land erreichte. Erst viel später wurde entdeckt, dass die Aiel eigentlich nur Laman "Baummörder" folgten. Den Menschen und Herrschern der Feuchtlande erschien es, dass die Aiel nur auf Beute aus waren. Natürlich, diejenigen, die ihren Besitz verloren hatten oder geliebte Menschen, wussten nur, dass sie die Opfer tödlicher Barbaren geworden waren; sie bedachten nicht, wie viel mehr von den Siegern hätte genommen werden können, wen sie es nur gewollt hätten.

Der Kampf von Tar Valon, auch die Schlacht an den Leuchtenden Mauern genannt, die Schlacht der Nationen, die Schlacht des Roten Schnees und die Schlacht des Blutigen Schnees, begann am Morgen vor dem Tag Danshu im Jahr der Gnade 978 NÄ der Neuen Ära, als die Aiel durch ein loses Bündnis zum Kampf gebracht wurden, die grundsätzlich "die Große Vereinigung" oder "die Große Allianz", obwohl einige wenige es "den Dritten Pakt" nannten, einen Begriff, für den es eigentlich keine Grundlage gibt.

Die Nationen und Generäle der Großen Allianz während der Schlacht an den Leuchtenden Mauern[]

Beteiligt an der zeitweisen Allianz waren: Shienar mit 29000 Männern, Andor mit 28000, Illian mit 26000, Tear mit 24000, Arafel mit 21000, Cairhien mit 6- bis 7000, Ghealdan mit 5000, Amadicia mit 4000, Murandy mit 3- bis 4000 und Altara mit ungefähr 3500. Tar Valon sandte 12000 Männer, während die Kinder des Lichts 4000 präsent hielten. Die Streitmächte jeder Nation hatten ihre eigenen Anführer: den Herrscher oder einen Lord, der als der beste General der Nation galt.

Am Anfang wären wenigstens einige Nationen bereit gewesen, einen Kaptain-General zu akzeptieren - Agelmar von Shienar - aber König Laman von Cairhien bestand auf seinem Recht, zu kommandieren. Der Amyrlin-Sitz, Tamra Ospenya, wollte die Herrschaft in den Händen der Weißen Burg sehen. Die Tairener (unter anderem) waren genauso strikt dagegen wie die Kinder des Lichts, die unerbittlich waren. Mattin Stepaneos drängte sich selbst in den Vordergrund und Pedron Niall genauso. Schnell begannen weitere Nationen die Position als eine frage des nationalen Stolzes anzusehen, bis klar wurde, dass kein Anführer gewählt werden konnte.

Als Folge davon bekam jede Nation einen Platz in einem Konzil zur Entscheidungsfindung, egal wie groß ihr Aufgebot war. Die Kinder des Lichts hatten ebenfalls einen. Marya Somares, eine Graue Schwester von großer Erfahrung in Verhandlungen, nahm die Position der Burg ein, beraten von Azil Mareed, einem Domani-Kapitän, der schon lange im Dienste der Burg stand und die Burg-Garde kommandierte. Das Kommando über das Schlachtfeld sollte täglich unter den Mitgliedern des Konzils wechseln, Marya Sedai und natürlich Mareed, die keine Mitglieder waren, ausgenommen. Das Konzil hielt sein erstes Treffen zwölf Tage vor Danshu 978 NÄ ab.

Das Konzil hatte vermutlich Glück bei der Reihenfolge, in der sie das Kommando wechseln lassen wollten - oder vielleicht gaben sie absichtlich den besten Generälen die erste Chance, ob sie dafür gestimmt hatten oder nicht. Die Reihenfolge des Kommandos war:

  1. Lord Agelmar Jagad von Shienar.
  2. Pedron Niall, Kommandierender Lordhauptmann der Kinder des Lichts.
  3. Lord Aranvor Naldwinn, Kaptain-General der Garde der Königin von Andor (am dritten Kampftag getötet).
  4. Lord Hirare Nachiman von Arafel (getötet in einem Scharmützel während der Verfolgung nach der Schlacht).
  5. King Mattin Stepaneos den Balgar von Illian.
  6. Der Hochlord Astoril Damara von Tear.
  7. Lord Aleshin Talvaen von Ghealdan.
  8. Lord Aeman Senhold von Amadicia.
  9. King Laman Damodred von Cairhien (am dritten Tag getötet).
  10. Ein Altaraner, der noch gewählt werden musste.
  11. Ein Murandianer, der noch gewählt werden musste.


Kein Altaraner oder Murandianer kommandierte jemals. Altara und Murandy stellten jeder eine Schar von Lords und manchmal Ladys bereit, die ihre eigenen Bediensteten anführten; keine Nation hatte einen gesamten Anführer. Angeblich hatten diese Adligen eine Rotation unter sich selbst ausgemacht, mit einem, der jeden Tag mit voller Autorität im Konzil sprechen durfte. Tatsächlich erschienen mindestens neun oder zehn Adlige von jeder Nation bei jedem Meeting, alle behauptend, dass es eigentlich ihr Tag war, um beim Konzil zu sitzen. Keiner von ihnen leistete einen wirklichen Beitrag zum Konzil, da alle, die auftauchten, ihre Zeit mit Streitigkeiten verbrachten. Einige von ihnen starben während Duellen, die aus diesen Streits entstanden; es wurde sogar vermutet, dass einige Duelle zwischen altaranischen Adelsfrauen stattfanden, von denen immerhin eines mit einem Todesfall endete.

Die Altaraner und Murandianer waren in der Schlacht unbrauchbar, da jeder Adlige es sich aussuchte, wo und wann er kämpfte. Das ist, warum ihre Verluste so hoch waren. Es lag nicht daran, dass sie immer im härtesten Getümmel waren, wie sie behaupteten.

Zusätzlich zu den überlebenden Truppen von Cairhien bestand die sehr kurzlebige Allianz aus einer Armee, die von Tar Valon und zehn anderen Nationen sowie auch den Kindern des Lichts erhoben wurden. Obwohl die Kinder des Lichts verärgert darüber waren, dass der Krieg darum, die Zivilisation zu retten, ein Kampf zum Schutze der "Hexen" von Tar Valon geworden war, kämpften sie an der Seite der anderen. Aes Sedai nahmen an dem Kampf teil, aber, gebunden an die Drei Eide, waren sie größtenteils darauf beschränkt, sich nur gegen jeglichen Angriff auf Tar Valon selbst zu verteidigen; die Aiel waren, trotz allem, weder Schattengezücht noch Schattenfreunde, obwohl die Behauptung natürlich aufkam. Das war seit langem die engste Zusammenarbeit zwischen den Nationen seit Artur Falkenflügels Königreich zusammengebrochen war, aber sie zerfiel nach dem Ende des Aiel-Krieges.

Die Allianz hatte eine riesige Streitmacht hervorgebracht, annähernd einhundertsiebzigtausend Mann, eine Armee von einer Größe, die es seit Artur Falkenflügels Tagen nicht mehr gegeben hatte. Von der Streitmacht der Aiel wird oft behauptet, dass sie doppelt so groß wie die Armee der Allianz gewesen sein soll, aber glaubwürdigere Einschätzungen legen die tatsächlichen Zahlen auf einhunderttausend und vielleicht weniger fest. Erst kürzlich wurde es möglich, die Aiel zu fragen; sie behaupten, dass die vier Clans zu keiner Zeit bis zu einhunderttausend Spere westlich des Drachenwalls hatten. Sie setzen die Zahl derer vor Tar Valon auf siebzig bis achtzigtausend fest, halb so groß wie die Armee der Allianz oder weniger. Angesichts des bewiesenen Rufs der Aiel als Soldaten und ihrem vereinigten Kommando unter Janduin, entsprechen zwei-zu-eins Wetten zu Gunsten der Allianz keinesfalls dem tatsächlichen Ausgang des Kampfes.

Die Dauer des Kampfes ist das Thema einiger Diskussionen. Zuerst muss gesagt werden, dass Schlachten von dieser Größe unweigerlich in eine Vielzahl kleinerer Schlachten zerbrechen können - jede der Größe von  Schlachten ähnlich, die im üblichen Kriegsverlauf stattfinden. Jedes dieser einzelnen Gefechte, die sich oftmals zeitlich überschreiten, beeinflusst den Ausgang der anderen.

Der Tag vor Danshu (der siebenundzwanzigste Tag des Nesan) war der erste von drei Tagen heftiger Kämpfe auf beiden Seiten des Erinin, um die Aiel davon abzuhalten, Tar Valon zu überrennen. Einige Kämpfe traten um die Brücken über den Alindrelle Erinin auf, und es gab erbitterte Geplänkel in den ersten zwei Nächten. Der erste Schnee war schon lange gefallen und beide Seiten wurden nicht nur vom dicken Schnee auf dem Boden behindert sondern auch durch verschiedene kurze Schneestürme während der ersten zwei Tage des Kampfes. Die Aiel hatten niemals Schnee gesehen oder sich damit beschäftigt, bevor sie die Drachenmauer überquert hatten, aber das war keinesfalls aus der Wildheit ihres Kampfes ersichtlich. Ihre Flankenattacken und ihre unregelmäßigen stechenden Schläge hielten die Allianz in der Verteidigung. Die Schneestürme waren schwer am Morgen des zweiten Tages, aber am späten Nachmittag des gleichen Tages klarte das Wetter auf und der Rest des Kampfes fand im tiefen Schnee, aber unter einem strahlenden, klaren Himmel statt. Spät am dritten Tag machten die Aiel schließlich ihr Tötungsziel Laman von Cairhien ausfindig und während der folgenden Nacht schafften sie es, ihre Streitkräfte an der östlichen Seite des Erinin zu konzentrieren. Wäre die Schlacht zwischen den Armeen irgendwelcher zwei Nationen verlaufen, wären Schiffe, die versuchten durch das Kampfgebiet zu segeln, sicherlich in Brand gesetzt worden durch Katapulte und Feuerpfeile. Aus diesem Grund blieben Handelsschiffe Schlachten lieber fern, und eine große Anzahl von Flussschiffen hatte sich über und unter Tar Valon gesammelt, die auf das Ende des Kampfes warteten. Indem sie Ruderboote nutzten, die sie von der Küste genommen hatten, und sogar Baumstämme, schafften es die Aiel, diese Schiffe zu erreichen und zu übernehmen, ohne irgendwelchen Alarm an der Küste auszulösen. Durch gleich lange Seile, die von großen Gruppen von Männern gezogen wurden, schleppten sie diese Fahrzeuge zwischen den Flussufern auf und ab wie Schleppkähne, bei jeder Fahrt fast bis zum Sinken überladen. Eine bemerkenswerte Meisterleistung, sogar noch mehr, wenn man den kompletten Mangel an Vertrautheit der Aiel im Umgang mit Flüssen bedenkt, noch weniger mit Schiffen. Beim Sonnenaufgang des vierten Tages waren die Aiel schon auf dem Weg nach Osten.

Dieser Zug traf die alliierten Armeen überraschend, aber in der Annahme, dass die Aiel sich besiegt zurückzogen, begannen sie schnell eine berittene Verfolgung und verwickelten die Nachhut der Aiel in eine Reihe von Scharmützeln, die spät am zweiten Tag nach Danshu begannen. Einige dieser Aktionen waren tatsächlich sehr groß, und sie kehrten in unregelmäßigen Intervallen zwanzig Tage lang wieder, bis nur sechs Tage vor dem Fest der Lichter, als die Aiel sich nach Brudermörders Dolch zurückzogen und die Streitkräfte der Allianz die Verfolgung aufgaben, obwohl einige große Streitmachten sich südlich von Brudermörders Dolch nach Cairhien hinein bewegten, um dort gegen eine mögliche Rückkehr der Aiel zu wachen.

Die meisten Historiker berichten, dass die Schlacht an den Leuchtenden Mauern drei Tage gedauert hat, aber einige beziehen den ersten Tag der Verfolgung mit ein, was das Ganze zu vier macht. Ein paar (Schreiber mit keinem Verständnis für Krieg oder Schlachten) behaupten tatsächlich, dass der Kampf gedauert hätte, bis die Aiel nach Brudermörders Dolch "gejagt wurden". Der Wert dieser letzten kann an der Tatsache gemessen werden, dass sie auch behaupten, dass die Aiel gerade so entkommen konnten, bevor der Angriff einer großen Allianzstreitmacht sie vernichtet hätte. Jeder kompetente Militärhistologe wird sofort sehen, dass, wäre die Allianz tatsächlich in der Lage gewesen, so eine Attacke auszuführen, dann hätte sie das schon am ersten Tag der Verfolgung getan, bevor ihre Infanterie sowohl von ihrer Kavallerie und den Aiel abgehängt worden war. Scharmützel, die ein paar Tausend Mann auf beiden Seiten einbezogen, und manchmal das Zehnfache davon, traten während der ganzen Verfolgung auf, und es muss angenommen werden, dass das, was alle Allianz-Kommandanten wirklich wollten, war, die Aiel zurück über das Rückgrat der Welt zu jagen.

Im Frühling von 979 NÄ unterzog sich Cairhien, das seinen König und das meiste seiner militärischen Macht im Aiel-Krieg verloren hatte, einer inneren politischen Neuordnung der Häuser, auch bekannt als der Vierte Krieg der Nachfolge von Cairhien, der damit endete, dass Haus Damodred den Thron an Haus Riatin verlor. Der Konflikt wurde größtenteils durch das Spiel der Häuser ausgetragen und brach niemals wirklich in einen Bürgerkrieg aus, was aber nicht bedeutet, dass es kein Blutvergießen gab, aber keiner der vielen Kämpfe bezog mehr als ein paar hundert Männer auf beiden Seiten ein. Diese politische Neuordnung schien ein Ende der Feindseligkeiten mit Andor zu bringen, aber es bedeutete auch, dass Taringail Damodred sich nicht länger seinen Traum erfüllen konnte, einen Sohn auf dem Thron von Cairhien zu haben und eine Tochter auf dem Thron von Andor. Diejenigen, die ihm nahe standen, sagten, dass ihn das verbittert hätte und einige glauben, dass er vielleicht geplant haben könnte, den Löwenthron von Andor für sich selbst zu nehmen. Er wurde 984 NÄ ermordet, alle Pläne unausgeführt lassend. Die meisten Quellen glauben, dass die Ermordung von Haus Riatin von Cairhien angeordnet worden war, als ein Mittel, um sich vor einem Staatsstreich durch den Erben des Hauses Damodred zu schützen, aber es gibt Gerüchte, dass es von jemandem getan wurde, der loyal zu Morgase stand, um sie vor Taringails Ehrgeiz zu schützen.

Im Herbst 997 NÄ erklärte sich in Ghealdan ein Mann, der bekannt war als Logain Ablar, selbst zum Wiedergeborenen Drachen. Er konnte die Macht lenken, und Geschichten um Guaire Amalasan geisterten durch die Bevölkerung, als sich die Meldung über diesen neuen "Drachen" verbreitete. Es hatte Artur Falkenflügels taktische Brillanz benötigt, um Amalasan aufzuhalten. Wer konnte diesen neuen Falschen Drachen eindämmen oder fangen? Nachdem er den Krieg durch Ghealdan, Altara und Murandy getragen hatte, wurde Ablar schließlich gefangen genommen von einer losen Allianz von südlichen Nationen und zur Weißen Burg gebracht, wo er gedämpft wurde.

Das Auftauchen eines Falschen Drachen, der die Macht lenken konnte, scheint den Leichtgläubigen eine Warnung zu sein, dass merkwürdige Dinge geschehen werden, wie zum Beispiel als 998 NÄ Trollocs, die seit der Trolloc-Kriege nicht mehr außerhalb der Grenzlande gesehen wurden, plötzlich in Emondsfeld auftauchen, einem kleinen Bauerndorf in Andor, einst in der Nation Manetheren. In den Worten eines Kommentators: "Alles, was vorher gekommen war, war Staub, der den Berg hinab glitt. Die Lawine war kurz davor, loszubrechen."

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