Rad der Zeit Wiki
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Vorwort

Die Welt seit der Zerstörung

Im Land

"Andor" ist das siebenundzwanzigste Kapitel von Die Welt von Robert Jordans Das Rad der Zeit.

© Robert Jordan, Übersetzung von Nessaia Quelle: http://wot.books.free.fr/world/

Andor[]

"Vorwärts der Weiße Löwe von Andor!"
- Schlachtruf der Königsgarde


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Sigil

Ein sich erhebender weißer Löwe; der Weiße Löwe.

Banner

Ein weißer Löwe, der sich auf einem roten Feld erhebt.

Hauptstadt

Caemlyn

Symbole

Rosenthron und Rosenkrone von Andor

Geschichte[]

Als größte Nation des Landes ist Andor auch eine der ältesten. Seine Eigenständigkeit beginnt mit Artur Falkenflügels Tod, beim Einsetzen des Hundertjährigen Krieges, davor war es eine Provinz unter Falkenflügels Gouverneurin Endara Casalain. Die königliche Linie kann ihre Herrschaft über das Gebiet zu einer Zeit vor Falkenflügel zurückverfolgen, da Endara die Tochter von Joal Ramedar war, dem letzten König von Aldeshar, bevor Falkenflügels Eroberung. Nach dem Tod des Hochkönigs tat sich die Tochter der Gouverneurin, Ishara Casalain, mit deren größtem General, Souran Maravaile, zusammen, um die Kontrolle über die Provinz von ihrer Mutter zu übernehmen und sie zu einer Nation zu machen. Ishara wurde die erste Königin von Andor, und das Blut ihrer Linie war maßgebend dabei, alle nachfolgenden Thronfolger zu bestimmen.

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Viele Traditionen von Andor wurden während Isharas Herrschaft eingeführt. Anders als die meisten anderen Herrscher, die sich nach dem Tod des Hochkönigs erhoben, war Ishara weise genug zu wissen, dass kein Herrscher in der Lage sein würde, das ganze Imperium zu regieren und zu halten. Als Resultat daraus beinhalteten die ursprünglichen Grenzen von Andor nur die Provinzhauptstadt Caemlyn und ein paar umliegende Dörfer. Es kostete sie fünf Jahre, ihre Kontrolle bis zum Fluss Erinin auszuweiten, doch das Land, das sie hielt, war fraglos ihres; andere Herrscher dieser Zeit waren so gierig nach neuen Eroberungen, dass sie selten die Ländereien behielten, die sie übernahmen. Diese Tradition von behutsamer Expansion wurde während der Herrschaft aller folgenden Königinnen fortgeführt.

Ishara wusste, dass Andor, um als Nation zu überleben, eine starke militärische Präsenz benötigen würde, sowie mächtige Verbündete. Viele Historiker glauben, dass es diese Bedürfnisse waren, die sie dazu motivierten, Souran Maravaile zu heiraten, da er Falkenflügels bester General und ein brillanter Militärstratege war. Andere glauben, dass Liebe zumindest eine kleine Rolle gespielt haben muss, da Souran, trotz all seiner Fähigkeiten, nur ein Bürgerlicher war, während sie von königlichem Blut war. Sie behaupten, dass sie ihn einfach lieben musste, um so weit unter ihrem Stand zu heiraten. Souran kommandierte die Belagerung von Tar Valon zur Zeit von Falkenflügels Tod und noch fast ein Jahr danach. Viele glauben, dass er Ishara ebenfalls geliebt haben muss, um die Belagerung auf ihr Bitten hin abzubrechen, nachdem er sie so lange gehalten hatte. Doch ob nun Liebe im Spiel war oder nicht, Ishara wusste, dass sie sowohl Maravailes Armee als auch das Wohlwollen der Weißen Burg benötigte. Die Heirat mit Souran gab ihr das erste; ihre älteste Tochter zum Studium in die Burg zu senden verschaffte ihr das zweite, so wie auch eine Aes Sedai-Beraterin namens Ballair. Sie war die erste Herrscherin, die eine Aes Sedai Beraterin hatte.

Erbfolge[]

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Die bekannteste Tradition von Andor ist, dass nur eine Königin auf dem Löwenthron sitzen und die Rosenkrone von Andor tragen darf, niemals ein König. (Das kam ursprünglich auf, als keiner der königlichen Söhne den Hundertjährigen Krieg überlebte, und wurde schließlich zum Gesetz.) Die älteste Tochter wird zur Tochter-Erbin ernannt. Nach dem Gesetz wird sie zuerst in die Weiße Burg zum Studium geschickt, und besteigt den Thron dann nach dem Tod oder der Abdankung ihrer Mutter. Ihr ältester Bruder, ernannt zum Ersten Prinzen des Schwertes, schwört, seine Schwester mit seinem Leben zu schützen und zu verteidigen. Der Erste Prinz wird von Kindheit an trainiert, die Armeen der Königin in Kriegszeiten zu kommandieren und ihr militärischer Berater zu sein. Wenn die Königin keinen überlebenden Bruder hat, ernennt sie einen Ersten Prinzen.

Wenn es keine überlebende Tochter gibt, wird der Thron der nächsten weiblichen Blutsverwandten gegeben. Die Erbfolge basiert nicht nur darauf, wer am nächsten verwandt ist mit der ehemaligen Königin, sondern auch auf der Anzahl von Blutlinien in der weiblichen Abstammungslinie zu Ishara. Solche Abstammungsfragen sind sehr komplex geworden, da alle großen Häuser nach Jahren von Hochzeiten untereinander mit einander verwandt sind, und die Frage der Nachfolge hat zu Blutvergießen geführt, wenn die Häuser nicht übereinstimmen. Diese Konflikte sind Außenstehenden als die andoranischen Erbfolgekriege bekannt. Die Andoraner bezeichnen sie einfach als "Unruhen", und weigern sich einzugestehen, dass ihr System, eine Erbin auszuwählen, möglicherweise zum Krieg führen könnte. Es hat drei Erbfolgekriege in Andor gegeben. Die letzte dieser "Unruhen" ereignete sich nach dem Verschwinden der Tochter-Erbin Tigraine Mantear und der Tod von Königin Mordrellen Mantear verursachte einen Machtkampf, aus dem Morgase aus dem Haus Trakand siegreich hervorging. Kürzlich verschwand Morgase und wird für tot gehalten.

Nationale Stabilität[]

Andor ist ein großes und wohlhabendes Reich, das sich von den Verschleierten Bergen bis zum Fluss Erinin erstreckt, wobei das Sinken der Bevölkerungszahl ihre Königinnen mehrere Generationen lang davon abgehalten hat, ihre Kontrolle auf die Gebiete westlich des Flusses Manetherendrelle auszudehnen. Exporte wie Wolle, kostbare Metalle und Schmiedearbeiten, Tabak und Getreide bringen Andor eine gesunde Wirtschaft; die Mark von Andor wird mehr geschätzt und hat mehr Anteile von Gold als "gleichwertige" Münzen anderer Nationen.

Andors Erfolg liegt auch zum großen Teil an der Stärke seiner Armee, die größtenteils aus der Garde der Königin besteht. Während der letzten drei Regierungszeiten war ein Mann das Herz und die Seele der Garde, Generalhauptmann Gareth Bryne, jetzt im Ruhestand. Seine Führung war größtenteils verantwortlich dafür, Andor stark zu halten, trotz andauerndem Durch durch außenstehende Mächte. Andor wurde schon immer unter Druck gesetzt von den Kindern des Lichts, möglicherweise aufgrund von Andors Beziehungen zur Weißen Burg, und Andor und Cairhien haben öfter miteinander Krieg geführt, als andere Nationen, außer Tear und Illian. Ironischer weise hat es trotz der Feindlichkeiten seit dem Aiel-Krieg Cairhien mit beinahe genauso viel Getreide versorgt wie Tear.

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Morgase Trakand, durch die Gnade des Lichts Königin von Andor, Verteidigerin des Königreichs, Beschützerin des Volkes, Hochsitz von Haus Trakand, wurde Herrscherin von Andor nach einem langen, bitteren Machtkampf. Die Tochter-Erbin, Tigraine Mantear, war unter mysteriösen Umständen verschwunden und für tot erklärt worden. Königin Mordrellen Mantear war vor Gram gestorben ohne überlebende Erben, und hinterließ eine Leere, die zum dritten andoranischen Erbfolgekrieg führte. Morgase überzeugte schließlich die stärksten Häuser Andors, ihren Anspruch als Cousine und nächste Blutsverwandte zu Tigraine zu unterstützen. Um ihre Position zu stärken ging sie so weit, den Witwer der ehemaligen Tochter-Erbin, Prinz Taringail Damodred von Cairhien, zu heiraten, trotz der Tatsache, dass er dafür bekannt war, Tigraine kein guter Ehemann gewesen zu sein. Morgase gebar ihm zwei Kinder, die Tochter-Erbin Elayne und den Ersten Prinzen des Schwertes, Gawyn, und adoptierte seinen und Tigraines Sohn Galadedrid.

Nachdem sie den Thron bestiegen hatte, bewies sich Morgase schnell als gerissene und fähige Herrscherin, indem sie jedem vergab, der sich ihr entgegen gestellt hatte. Diese Tat trug dazu bei, die schwärenden Feindschaften zu vermeiden, die in so vielen Ländern zu tödlichem Machenschaften geführt hatten. Sie entschied, dass das Spiel der Häuser, Daes Dae'mar, in Andor nicht Fuß fassen würde.

Das Zeichen des Hauses Trakand ist ein silberner Schlussstein. Morgases persönliches Symbol sind drei goldene Schlüssel.

Die Garde der Königin[]

Wenn Andor in den Krieg zieht, werden die Garde und die Armee vom Ersten Prinzen des Schwertes kommandiert, doch die Königin reitet oft mit ihnen. Es gibt viele Geschichten von solchen couragierten Herrschern wie Königin Mordrellen Mantear, die allein und unbewaffnet das Löwenbanner in die Mitte der Tairenischen Armee trug, um ihre Truppen zu sammeln. In Friedenszeiten ist die Garde dafür verantwortlich, das Gesetz der Königin aufrecht zu erhalten und den Frieden zu bewahren. In weit von der Hauptstadt entfernten Gebieten übernehmen Mitglieder der örtlichen Miliz die Livree und die Pflichten der Garde der Königin, obwohl ihnen der Glanz von Gardisten fehlt, und ihre Uniformen oftmals abgenutzt sind.

Caemlyn[]

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Die Hauptstadt Caemlyn ist eine der schönsten Städte der Westlande, sie wird nur von Tar Valon übertroffen, obwohl ihre Bewohner das anzweifeln dürften. Wie eine schimmernde Krone auf seinen sanften runden Hügeln ist die Stadt eigentlich aus zwei Teilen gemacht, der Neuen Stadt, die vor weniger als zweitausend Jahren von Menschen gebaut wurde, und die antike Innere Stadt, in der vieles die Hand von Ogier-Steinmetzen zeigt. Eine große, fünfzig Fuß hohe Mauer aus silbrig weißem Stein umrundet den Großteil der offiziellen Grenzen der Stadt, unterbrochen von großen runden Türmen, die massive bogenförmige Tore flankieren. Außerhalb der Mauern drängen sich die Gebäude eng aneinander wie Flechten an einem Baumstamm, breiten sich aus vom glitzernden Mosaik der Stadt und zerstreuen sich allmählich. Innerhalb der äußeren Mauern liegt die Stadt in einem wilden Gewühl von Straßen und Wegen, mit Türmen und Kuppeln, die weiß und golden in der Sonne schimmern.

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Auf den höchsten Hügeln und ihrem Zentrum sitzt die glitzernde Innere Stadt, umgeben von ihrer eigenen schimmernden weißen Mauer und geschmückt mit noch schöneren Türmen und Kuppeln. Die breiten, gepflasterten Straßen der Inneren Stadt sind sorgsam angelegt, um den natürlichen Kurven der Hügel zu folgen, winden sich hinauf zur krönenden Pracht von Caemlyn, dem königlichen Palast.

Der Palast ist sowohl der Sitz der Regierung der Nation Andor als auch die architektonische Darstellung ihres Herzens und ihrer Seele. Ein schimmerndes Beispiel von Ogier-Steinmetzkunst, so erscheinen die schneeweißen Spitzen und Mauern des Palastes so zart wie Spitze, aber auch so stark wie Eisen. Innerhalb des Palastgeländes blühen große Gärten beinahe unaufhörlich, mit vielen seltenen Blumen und Pflanzen.

Caemlyn hat auch eine exzellente Bibliothek, obwohl sie weit unter den großen Repositorien der Bibliothek der Weißen Burg steht, oder der Königlichen Bibliothek von Cairhien.

Andoranische Kleidung[]

Die Menschen von Andor sind normalerweise hellhäutig, oft mit blauen Augen und blondem Haar, obwohl dunkles Haar und dunkle Augen auch verbreitet sind. Andoranische Frauen tragen normalerweise Kleider mit viereckigen Ausschnitten, die wenig bis gar kein Dekolleté zeigen, und eng anliegende Ärmel. Diese Kleider sind teilweise bestickt mit Blumen und Blättern, und werden an der Taille gegürtet getragen. Die Kleider hochgeborener Ladys sind normalerweise aus Seide gemacht, mit Stickereien und Gürtel aus metallischen Fäden. Bürgerliche tragen den gleichen Stil, doch aus Wolle, normalerweise mit höherem Kragen und Schürzen.

Andoranische Männer tragen Hosen und Hemden mit einem Mantel darüber. Der Mantel ist mit zurückgeschlagenen Manschetten versehen und einem aufstehenden Kragen. Bei den Adligen ist das Material oftmals Seide oder Brokat, und der Mantel ist oft bestickt mit metallischen Fäden. Bürgerliche Männer tragen dicke, zweckdienliche Wolle.

Männer und Frauen tragen jeweils Umhänge über ihrer Kleidung, wenn das nötig ist.

Palastdiener tragen eine rote Livree mit weißem Kragen und Manschetten, und dem Weißen Löwen von Andor auf ihrer Brust.

Die Uniformen der Garde der Königin beinhalten einen roten Mantel, einen schimmernden Kettenpanzer und einen Plattenpanzer, und einen glänzenden roten Umhang. Lange, weiße Krägen hängen über der Rüstung und weiße Manschetten schimmern an den Handgelenken. Ihre Helme sind konisch mit vergitterten Visieren und sie tragen oft Lanzen mit dünnen, roten Wimpeln, die an ihren Spitzen flattern. Hochrangige Offizieren tragen Rangknoten an ihren Schultern. Der Generalhauptmann trägt vier goldene Knoten und breite goldene Bänder an seinen weißen Manschetten.

Weißbrücke[]

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Eine von Andors bekanntesten Städten ist Weißbrücke, so benannt nach der großen, schneeweißen Brücke, die den Fluss Arinelle überspannt. Die Stadt wuchs um den großen gepflasterten Platz am östlichen Fuß der Brücke. Man glaubt, dass die Brücke aus dem Zeitalter der Legenden stammt, und sie sieht aus, als würde sie aus unfassbar zerbrechlichem weißem Glas bestehen, doch sie ist so hart, dass sogar Hammer und Meißel sie nicht beschädigen können. Trotz ihres gläsernen Aussehens wird sie niemals glatt, selbst beim stärksten Regen. Die Weiße Brücke ist die einzige, die den Arinelle südlich von Maradon in Saldaea überquert. Als Resultat daraus floriert die Stadt durch den Handel.

Die meisten Gebäude in der Stadt sind aus Stein oder Ziegeln gemacht, und die Docks aus Holz. Alle Klassen von Menschen sind in Weißbrücke vertreten, von Händlern in ihren glänzenden lackierten Kutschen und Samtmänteln, bis hin zu Bauern und Farmern in rauer Wolle.

Zwischen Weißbrücke und Caemlyn an der Caemlyn-Straße gibt es viele Städte und Dörfer von unterschiedlicher Größe, inklusive Vier Könige, Markt Sheran und Carysfurt am Fluss Cary. Obwohl einige es für sich beanspruchen können, größer als Weißbrücke zu sein, kann keines mit dessen Kulisse mithalten.

Die Verschleierten Berge und Baerlon[]

Viel von Andors Wohlstand wird in den Tiefen der Verschleierten Berge gefördert, entlang der fernen westlichen Grenze. Die Berge sind benannt nach dem dicken Nebel, der ihre Gipfel das ganze Jahr über bedeckt. Viele glauben, dass es Unglück bringt, die Berge zu besteigen und dass Dinge, die im Nebel leben, einem Mann das Fleisch von den Knochen reißen, bevor er überhaupt schreien kann. Die Bergleute allerdings gedeihen dort. Die Mienen produzieren Silber und Gold, so wie Eisen und Kupfer. Viele der Erze werden in den großen Schmelzhütten nahe der Mienen raffiniert. Der Rest wird von den Minen nach Baerlon transportiert, wo der Großteil der Erze raffiniert und verarbeitet wird in den Eisenwerken von Baerlon, die berühmt sind für die Qualität ihrer Produkte.

Die nächste andoranische Stadt zu Baerlon, egal von welcher Größe, ist Weißbrücke, weit weg am Arinelle. Es gibt nur Wildnis dazwischen. Deshalb werden Baerlon und seine Eisenwerke von einer Mauer aus Holzstämmen und Wachtürmen beschützt, seine Stadttore sind nur von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang geöffnet. Die Gebäude im Inneren sind aus Stein und Holz, gedeckt mit Schiefer und Ziegeln. In den Straßen kann man mächtige Dhurran-Zugpferde große Karren mit Eisen zu und von den Eisenwerken ziehen sehen. Eine große Farmgemeinde erstreckt sich nördlich der Stadt, allerdings gibt es auch ein paar Bauernhöfe im Süden.

Baerlon und die Minen sind so weit entfernt vom Zentrum der andoranischen Macht, dass die letzten jeweiligen Königinnen einige Schwierigkeiten hatten, die Kontrolle über dieses Gebiet zu behalten, und sicherten sie nur dadurch, dass es keinen Weg für die Bergarbeiter gibt, ihre Metalle zu exportieren, ohne durch den Rest von Andor zu ziehen. Als Resultat daraus wurden viele von Andors anderen abgelegenen Gemeinden beinahe vollständig ignoriert, damit Andor nicht die Minen verliert, die so wichtig sind für ihre wirtschaftliche Gesundheit.

Antike Wunder[]

Viel von dem Land, das von Andors Königin beansprucht wird, liegt offen und unbewohnt. Doch es gibt viele Artefakte, die aus einer anderen Zeit datieren. Entlang des Flusses Arinelle gibt es zwei solche Wunder. Eines ist ein Canyon am Fluss, dessen hohe Steilhänge über eine halbe Meile weit bedeckt sind mit einhundert Fuß hohen Statuen. Diese Statuen scheinen die Ebenbilder vergessener Könige und Königinnen zu sein, einige so alt, dass ihre steinernen Merkmale beinahe vollständig fort gewaschen wurden. Das zweite, in einiger Entfernung zum Lauf des Flusses, ist ein konturloser Turm aus poliertem Stahl, der zweihundert Fuß hoch und vierzig Fuß im Durchmesser misst. Turm von Ghenjei genannt scheint er aus solidem Metall gemacht zu sein, da es keine Fenster und Türen gibt. Die Erbauer dieser Wunder sind unbekannt, genauso wie ihr Zweck. Reisende können nur über ihre antike Pracht staunen.

Die Zwei Flüsse[]

Eine dieser alles andere als vergessenen Gegenden sind die Zwei Flüsse, so genannt, weil seine Dörfer in einem Dreieck liegen, das vom Weißen Fluss, dem Taren und den Sandhügeln jenseits der größeren Grenze der Verschleierten Berge liegen. Auch durch den Wald der Schatten im Süden und die Sümpfe im Osten abgeschnitten haben diese Dörfer nur wenig gemeinsam mit dem Rest von Andor. Tatsächlich wissen die meisten Bewohner dieses Gebiets nicht einmal, dass sie Teil eines größeren Königreiches sind, und noch weniger, dass sie von einer Königin regiert werden. Sie sind zufrieden damit, ihre kostbare Wolle, Tabak und Apfelschnaps ohne Einmischung durch oder Schutz von der Königin oder ihren Wachen zu exportieren. Unabhängig und stur bis fast zum letzten Mann sondert sie ihr eiserner Wille von jenen außerhalb dieses Gebietes ab.

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Es gibt vier Dörfer in den Zwei Flüssen, die an einer einzelnen, nord-südlichen Straße liegen. Im größten davon, Taren-Fähre, stellt die Fähre über den Taren den einzigen öffentlichen Zugang in oder aus den Zwei Flüssen dar. Das entlegendste Dorf ist Devenritt, am südlichen Ende der Alten Straße nahe den Ufern des Weißen Flusses. Dazwischen liegen die Dörfer Wachhügel und Emondsfeld.

Emondsfeld liegt am Verbindungspunkt der alten Haldenstraße, die aus einer vergessenen Halde irgendwo in den Bergen kommt, und der Nordstraße. Es liegt an einer Quelle, die als die Weinquelle bekannt ist.

Die meisten der kleinen Städte und Dörfer in Andor, so wie auch in vielen der anderen Nationen, werden von zwei Gruppen geführt, dem Gemeinderat, angeführt vom Bürgermeister, und dem Frauenzirkel, angeführt von der Seherin des Dorfes, obwohl es einige regionale Unterschiede bei diesen Namen gibt. Die Mitglieder des Gemeinderates und des Frauenzirkels werden von den Männern und Frauen der Städte und Dörfer gewählt, sie zu repräsentieren. Der Bürgermeister wird normalerweise von den Einwohnern oder vom Gemeinderat gewählt. Die Seherin wird vom Frauenzirkel gewählt, auf Lebenszeit, und wird als gleichrangig zum Bürgermeister angesehen. Seherinnen werden aufgrund ihres Wissens über Heilung und Kräuter, ihrer Fähigkeit, das Wetter vorher zu sagen und ihrer Sensibilität gewählt. Der Gemeinderat herrscht über die Angelegenheiten, die die Stadt als ganzes betreffen, und verhandelt mit den Konzilen anderer Städte und Dörfer über Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse. Der Frauenzirkel behandelt Angelegenheiten, die ausschließlich als Verantwortung der Frauen angesehen werden, so wie das säen und Ernten. Obwohl ihre verschiedenen Pflichten eindeutig definiert sind, stehen der Gemeinderat und der Frauenzirkel in den meisten Städten oft genug im Widerstreit miteinander, dass dieser andauernde Konflikt, oft kurz vorm Krieg, von den meisten oft nicht nur für normal gehalten wird, sondern als traditioneller Teil des dualen Konzilsystems.

Manetheren[]

Obwohl sie sich nur wenig daran erinnern, sind die meisten Bewohner der Zwei Flüsse die Nachfahren der verlorenen Nation Manetheren. Der Weiße Fluss ist eigentlich ein Teil der Manetherendrelle, die "Wasser der Bergheimat". Das Dorf Emondsfeld liegt an einem Ort, der ursprünglich Aemons Feld genannt wurde, wo König Aemon zweitausend Jahre zuvor seinen letzten, hoffnungslosen Widerstand gegen den Schatten führte. Die Lage der großen Hauptstadt selbst kann in einem Tal an den östlichen Ausläufern der Verschleierten Berge gefunden werden, obwohl nichts von ihrer antiken Pracht überdauert hat, außer dem unzerstörbaren Wegtor. Nur zerbrochene, gläserne Scherben geschmolzenen Steins und ein paar wenige kämpferische Pflanzen stehen dort, wo das Banner des Roten Adlers einst wehte, und Manetheren brannte.

Es gibt allerdings Gerüchte, dass das Banner des Roten Adlers erneut über den Zwei Flüssen weht, in den Händen von Lord Perrin "Goldauge" Aybara. Es wird gesagt, dass er das Land verteidigte, wo die Königin es nicht konnte, und die Weißmäntel es nicht wollten. Jene, die ihn gesehen haben, behaupten, dass er gekommen ist, um die antike Pracht zum Land von König Aemon zurückzubringen.

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